Drogenkrieg?

Grüß Gott!
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich Ihre Drogentexte gelesen, einschließlich der Leserbriefe, und will diesen einen weiteren hinzufügen. Schmunzelnd, weil immer wieder an eigene Reiseerlebnisse erinnert, und traurig, weil die hier geschilderte Reise in einem moralischen Geburtsfehler endet. Ich möchte mich dazu äußern, damit trotz der düsteren Psychoanekdoten kein Leser Angst vor Drogen haben muss.
Wer verbotene Drogen nimmt, wird gegen seinen Willen in einen Konflikt verwickelt, den er anfangs nicht versteht: Den Drogenkrieg. Dessen erstes Opfer ist das Vertrauen der Menschen zueinander. Verzweifelt versuchen die weltlichen Obrigkeiten, diejenigen Pflanzen der Schöpfung auszurotten, welche uns Gott näher bringen können. Um darin bestehen zu können, ist er genötigt sein ganzes Tun und Lassen darauf auszurichten der Verfolgung um jeden Preis zu entgehen. Prohibition macht vogelfrei.
Ich bin freischaffend in der Antirepression und Polizeiprävention tätig. Aufklärung zum kreativen Umgang mit dem Verfolgungsapparat ist unsere Losung, die Abschaffung der Prohibition unser Ziel. Freiheit statt Angst! Jesus hat nicht dazu aufgerufen die Zöllner zu steinigen sondern mit ihnen zu reden, damit sie wissen wo sie etwas nachlassen können. Der Evangelist Matthäus hat infolgedessen aus seinem Zöllnerdasein aussteigen können, wieso sollten es die Vereinten Nationen nicht können.
Die Befreiung des Christentum aus der babylonischen Gefangenschaft des Islam wird sicherlich nicht dadurch vorangebracht dass sogenannte Jesus-Wracks den Zöllnern eine Rechtfertigungsideologie für ihre Sünden andienen. Auf diese Weise werden Pilger, für welche Drogen selbstverständlicher Teil ihrer Glaubenssuche sind, mit dem geschlossenen Eindruck zurückgelassen Jesus wolle uns auch nur alles verbieten. Die kennen dann nur noch das autoritäre Bedürfnis der Wracks und wollen von Jesus gar nichts mehr hören.
In unserer Zeit ist die Erweiterung der Religionsfreiheit in alle Richtungen die beste und letzte Hoffnung aller die sie gewinnen oder behalten wollen. Bevor Sie weiter versuchen, die Menschen gläubiger zu machen indem Sie ihnen die Drogen vergrämen, besinnen Sie sich doch einmal darauf, was hätte Jesus in dieser Angelegenheit gesagt? Ich glaube dieses: Wenn Du das worauf Du verzichtest Deinem Nächsten nicht gönnen kannst, dann verzichtest Du nicht für mich.

N aus WÜ

 

Lieber N,

duaneauch ich musste zunächst ein wenig schmunzeln, als ich Ihren Brief las. „Ich bin freischaffend in der Antirepression und Polizeiprävention tätig ...“, im Klartext, sie geben Konsumenten und Dealern Tipps, wie sie sich erfolgreich den Kontrollen des Staatsapparates entziehen können? Nun gut, als Kinder haben wir auch immer gerne Räuber und Gendarm gespielt, oder auch Indianer und Cowboy, wir die Guten, ihr die Bösen. Als ich dann – mitten in der Pubertät – von der Drogenwelle erfasst wurde und Anschluss an eine  Clique fand, deren Hauptfreizeitbeschäftigung neben dem gemeinsamen Drogenkonsum darin bestand, den Stoff aus dem nahe gelegene Niederlanden herüberzuschmuggeln, ging dies Spiel munter weiter, bis auch der Letzte - oft schmerzlich - dahinter kam, dass die Fronten nicht so klar verlaufen, wie wir in unseren drogenvernebelten Köpfen die Welt gedacht haben.  

„Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, sein Religion oder seine Überzeugung  zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, in der Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollzug von Riten zu bekunden“, besagt der Artikel 18 der Erklärung der Menschenrechte. Die Wirklichkeit in vielen Ländern dieser Erde sieht leider brutal anders aus. Ob sich allerdings aus diesem Artikel ein Recht auf Rausch  - „freier Rausch für freie Bürger“ oder ähnlich - , ableiten lässt, sei dahingestellt. Was ist bspw. wenn sie dann nicht mehr frei sind , sondern am Ende abhängig  und  kaputt? Dann muss Vater Staat aufkommen, Heroin auf Krankenschein, Frühverrentung  weil die Pillen das Gehirn weggebruzzelt haben, der Alk den Verstand genommen, Lungen und Leber die Funktion einstellen, usw.usw.  ...Durch Alkohol-, Nikotin- sowie sonstigem Drogenmissbrauch entstehen unserem Gesundheitssystem jetzt schon immense Kosten. 

Ich gehöre zu der Generation, die mit dem HB-Männchen großgeworden ist; In kurzen Comicstrips tapeziert ´ ne Witzfigur ein Zimmer, aber es klappt nicht, die neuen Tapeten fallen wieder von der Wand , oder der Rasenmäher geht beim Mähen kaputt, oder der Gartenschlauch platzt, ... und  dieser Witztyp regt sich darüber furchtbar auf und geht voll an die Decke, aber dann erscheint als Retter das HB-Männchen, bekommt ihn am Bein zu packen, zieht ihn zu sich herunter, überreicht ihm ´ne Filterzigarette mit immer demselben Spruch: „Halt mein Freund, wer wird denn gleich in die Luft gehen, greife lieber zur HB, dann geht alles wie von selbst! HB-Rauchen – frohen Herzens genießen!“ Und während die Witzfigur nun ganz entspannt Rauchkringel in die Luft bläst, regelt sich das Malheur tatsächlich von ganz allein. Eigentlich ein harmloser Spaß, wenn dahinter nicht diese hundsgemeine Lüge gesteckt hätte, vom Tabak als harmlosen Genussmittel, denen Millionen von Rauchern auf den Leim gegangen sind.

 „Marlborough, der Genuss von Freiheit und Abenteuer?“ - „High sein, frei sein, Haschisch muss dabei sein“: sehen Sie, die Worte sind beinahe die gleichen! Jetzt nur noch den Marlborough-Cowboy, der in die untergehende Sonne reitet,  durch Captain America (Peter Fonda ) und Billy (Dennis Hopper) auf ihren chromglänzenden Harley Davidson Choppers (Easy Rider) austauschen, „We can climb so high, I never wanna die ,...“ und clever präsentiert sich der Lügner im anderen Gewand! Ich möchte wetten, im selben Moment, in dem Cannabis legalisiert ist, stehen die großen Tabakkonzerne bereit, sich Handel und Vertrieb unter die Nägel zu reißen.   

Drogengebrauch als selbstverständlicher Teil der Gottsuche? Pflanzen, die uns Gott näher bringen können?  Schon in der Antike galten Drogen als Mittel zur Verdrängung von leidvollen Erlebnissen und als Katalysator hin zur Ekstase und der Verbindung mit der Geisterwelt. Von Anfang an waren die zwei Gesichter der Drogen bekannt: das Betäuben und Vergessen, aber auch die Abstumpfung und Veränderung der Psyche. So wurden Drogen zwar als Göttergabe betrachtet, jedoch nicht jedermann zur freien Verfügung gestellt. Sie blieben in den Händen weniger Eingeweihter, die sie für ihre kultischen Zeremonien verwendeten. Tanzende Derwische, sibirische Schamanen oder keltische Druiden traten mittels verschiedener Rauschgifte  mit ihrer Götterwelt in Verbindung. In  nahezu allen Kulturen findet sich das gleiche Verhalten, dass Priester und Medizinmänner in ihren Ritualen Pflanzen, Wurzeln, Früchte oder Pilze verwendeten und sich dabei in Ekstase tanzten, um im veränderten Bewusstseinszustand in vermeintliche Verbindung mit den Götten zu gelangen.

Wie ganz anders offenbart sich der Gott der Bibel. Der Hohepriester, der in die Gegenwart Gottes trat, hatte absolut nüchtern zu sein, durfte weder Wein noch starke Getränke getrunken haben (3.Mose 10,8-11).

Gott wendet sich gegen Berauschung, Betäubung und Bewusstseinsveränderung. Trunkenbolde (griechisch „methysoi“ von „methä = Rausch); sagt 1. Kor. 6,10,  werden das Reich Gottes nicht ererben. Der Rausch stellt das Wesensmerkmal des „methyos“ dar; er lebt im Rausch und für den Rausch und dieser ist sein Götze Das gleiche gilt auch für den Zauberer (griechisch pharmakos von pharmakeia = Gift , Zaubermittel, Heilmittel, Arznei), siehe Offb. 9,21 und .Offb. 21,8. Bekanntermaßen liegen  Heilmittel und Gift sehr nah beieinander, es kommt nur auf die Dosierung an. So konnte es kommen, das im Griechischen ein Wort für das genügte, wozu wir heute zwei Wörter brauchen, aber hier ist eindeutig nicht die medizinische Bedeutung gemeint. Die Suche nach Gott verläuft nicht über ekstatische Zustände, sondern über das Vertrauen und den Gehorsam in seine Offenbarung. Gott redet zu klaren Köpfen. Das lebendige Wort, die Bibel, redet zu den Menschen, Rauschzustände verhindern, dass dieses Wort gehört werden kann. Man meint eben, dass Glück über die Drogen zumindest teilweise gefunden zu haben. Das will man nicht hergeben, höchstens die leidigen Nebenwirkungen. Doch das gefunden Glück ist ein künstliches Paradies, ein Betrug der Sinne, eine Störung biochemischer Prozesse in unserem Körper. Auf lange Sicht sind die Nebenwirkungen von Drogen Einsamkeit, Verwahrlosung, Stress, Egoismus und Beziehungslosigkeit. Drogen bieten kein Perspektive, außer der Zerstörung. Ein Leben im Gehorsam und Vertrauen zu Jesus Christus und dem biblischen Wort hingegen führt im Leben eines Menschen zu Veränderungen, die sich auch auf sein Umfeld positiv auswirken. Nach Gal. 5,22 sind dies: Liebe, Freude, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Reinheit.

Gefreut hat mich, dass Sie in Ihrem Schreiben das Bild des Pilgers bemühen. Ich habe hier keine bleibende Stätte, ich bin auf der Durchreise. Im himmlischen Jerusalem, der Stadt des großen Königs. dort findet die Party statt, nicht hier. Eng ist die Tür und schmal der Weg, Jesus selbst ist der Weg. Er möchte auch die, die sich ins Schattenreich der Drogen und Gifte verirrt haben, gefangen sind in Sümpfen der Sünde (griech. harmatia = Zielverfehlung) und Sucht , in die  Freiheit führen. Wer ihm nachfolgt, das hat er versprochen, wird nicht im Finstern bleiben, sondern das Licht des Lebens haben. Ich habe auch nicht auf alles eine Antwort. Ich kann   auch nicht erklären, warum derselbe Staat, der die Herren Berentzen, Dornkaat & Co mit Bundesverdienstkreuzen behängt, weil sie ihre Schnapsproduktion wieder einmal auf einige zehntausend Flachen pro Monat erhöhen konnten, gegen Kleingärtner, die ein paar  Marihuanapflanzen im Garten stehen haben, mit einem Rollkommando anrückt.  Aber als jemand, der durch Jesus Christus Befreiung und Heilung erlebt hat, weiß ich, dass es heller im Leben deren wird, die ihm Glauben und Vertrauen verschenken, „stets heller bis zur Tageshöhe“ (Spr. 4,18).

Joe 

 

Grüß Gott!
Nicht Drogen töten Menschen - Menschen töten Menschen. Und zerstören sich selbst, versuchen vor sich selbst davonzulaufen, oder verlieren den Mut sie selbst zu sein. Der Schmerz fließt aufwärts, doch die in der Schöpfung vorgesehene Abhilfe ist tabuisiert, das Gottvertrauen zerrüttet und die Hoffnung geleugnet. Was bleibt, ist was Staat und Markt dienlich sein kann um Untertanen zu machen, oder doch wenigstens Selbstmordattentäter auf Raten. Das beste Heilmittel für Menschen die nicht mit Drogen umgehen können sind andere Menschen die mit Drogen umgehen können, sowie über die Freiheit verfügen sich offen mitteilen zu können. Es gibt ebensoviele Ausgänge aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit wie es Menschen gibt. Allein dem Gefangenen wird die Zukunft zum blinden Fleck.
Hier kommt es darauf an, dem Staat zu geben was des Staates ist und Gott was Gottes ist. Die Anrede (als ideller Gesamt-)Vater gehört in letztere Kategorie. Der Staat nimmt in der europäischen Geschichte eher die Rolle des Schwiegervaters ein. Als Europa das Christentum annahm, war er eine nicht zu beanstandende Mitgift - die weltlichen Obrigkeiten aus der vorchristlichen Zeit blieben.
Der Verzichtsgedanke im jüdisch-christlichen Erbe wurzelt in dem emanzipatorischen Anliegen, die Drogenmonopole der antiken Staatskulte aufzubrechen, doch das diesem zugrundeliegende Freiheitsideal wurde vom Kulturpessimismus der Verfolgten vergiftet. So wie der Islam ein Jesusbild liefert, aus dem der Wein gänzlich getilgt wurde, gibt uns auch das auf die antike Staatlichkeit aufgepfropfte Christentum nur ein unvollständiges Bild des Erlösers, von dem Gott allein weiß welche Drogen die Menschen darin noch weggelassen haben. Die Überlieferung ist eben nicht nur das Wort Gottes, sondern auch eine von Menschen gemachte Wüste.
Wo die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten. Die Entfremdung des Abendlands läßt sich nicht mit Drogendefätismus und Gehorsamsappellen heilen, sondern erfordert Glauben an eine bessere Zukunft und ein freies Gewissen. Womöglich verhalten sich die Drogen an der Pforte des himmlischen Jerusalem nämlich ganz unterschiedlich wenn der Lügner im anderen Gewand sie abweist - der Wein tobt, das Opium legt sich zur Ruhe, und der Hanf geht durch das Schlüsselloch hinein.
N

 

 

Lieber N.,

die Droge beherrschbar, genießbar? Alles Schwarzmalerei? Sicherlich, bei weitem nicht jeder Kiffer oder Konsument anderer Drogen endet in der Klapse oder manifester Suchterkrankung,  sowie auch nicht jeder, der mehr oder weniger regelmäßig Wein, Bier oder gar härtere Alkoholika konsumiert,  in der Trinkerheilanstalt oder Gosse endet. Aber es sind eben doch zu viele! Weil alle potentiellen Suchtmittel höchst eigenmächtige Wirkungen nach sich zu ziehen vermögen, wodurch ihren Nutzern die Kontrolle über das jeweilige Konsumverhalten zu entgleiten vermag.

gal7 Ein brandaktuelle Beispiel aus der vergangene Woche: da wurden wir abends minutenlang durch das Geräusch eines tieffliegenden Suchhubschraubers direkt über unserem Haus aufgeschreckt. Ein 44-jähriger Mann wurde vermisst, der von einer Firmenweihnachtsfeier in einer Gaststätte spurlos verschwunden war. Die Hubschraubersuche blieb erfolglos, aber Rettungstaucher der freiwilligen Feuerwehr stießen  am nächsten Tag beim Durchkämmen eines Kanals in der Nähe einer Fußgängerbrücke unterhalb der Wasseroberfläche auf seinen Leichnam. Nach bisherigem Ermittlungsstand der Polizei deutet alles darauf hin, dass er unter Alkoholeinfluss in den Kanal gestürzt und ertrunken ist.              

Bei bestimmten  Genuss- und Rauschmitteln können Konsumenten zeitweise durchaus das Gefühl haben, dass sie wie ein guter Freund oder angenehmer Gefährte ihr Leben begleiten, ohne dass sie dadurch in Schwierigkeiten geraten. Doch was ist, wenn aus guten Freunden oder Gefährten unversehens erbitterte Gegner werden? Wenn Du mit Drogen verantwortlich umgehen kannst, herzlichen Glückwunsch, aber der Übergang von gelegentlichem Konsum zur süchtigen Gewohnheit ist schleichend. Auch wenn es makaber klingt, viel zu viele suchtabhängige Menschen finden am Ende keinen anderen Ausweg mehr, als sich von ihrer Sucht durch den Tod zu verabschieden.    

Nicht umsonst mahnt die Bibel: „Seid nüchtern, wacht; euer Widersacher geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge“ (1.Petr.5,8). Gal.5,13 heißt es. „Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, ... “. Damit stellt sie sich sowohl  übermäßigem als auch regelmäßigem Drogengebrauch entgegen. Ein Raucher, ein Alkoholiker, ein  gewohnheitsmäßiger Kiffer oder ein Heroinabhängiger sind nicht frei!

Andererseits empfiehlt sie.: „Gebet starkes Getränk dem Umkommenden und Wein denen, die  betrübter Seele sind“ (Sprüche 31,6). Meine Mutter ist infolge einer Krebserkrankung gestorben, obwohl sie Zeit ihres Lebens nie geraucht hat und so gut wie keinen Alkohol getrunken hat. Nach zwei  Operationen war sie nicht mehr bereit, erneut in ein Krankenhaus zu gehen und  wurde bis zu ihrem Tod zuhause betreut. Wir waren alle sehr dankbar, dass ausreichend Morphium zur Schmerzlinderung zur Verfügung stand. So, und nur so, sehe ich Drogengebrauch als legitim an: aus medizinischer Notwendigkeit, zur Linderung körperlicher und seelischer Leiden.       

Alles andere stellt Missbrauch dar, fahrlässiges Verhalten im Umgang mit der eigenen Gesundheit und Psychohygiene, eine Abkoppelung von der realen Welt  und  Flucht aus der sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung.  

Diejenigen, die Drogen konsumieren, wollen damit natürlich etwas bewirken. Drogenkonsum funktioniert nach dem Selbstbelohnungsprinzip: Gefühle und Stimmungen  werden manipuliert,  die Droge bewirkt eine biochemische Störung des Gehirns. In Ermangelung der Beantwortung der Frage nach dem „Sinn des Lebens“ setzt der Abhängige ein Suchtmittel ein, das kurzfristig , aber intensiv seine Situation verändert und die Wirklichkeit des Alltags, wenn auch nur scheinbar, euphorisch und erträglich macht. Auf diese Weise wird die betroffene Person in der Entwicklung einer selbstverantwortlichen Lebensgestaltung blockiert. Der Drogenkonsument hat es nicht gelernt oder verlernt, positive Gefühle  wie Glück, die Bewältigung der Angst oder  zwischenmenschliche Nähe  und Geborgenheit durch entsprechende Anstrengungen, eventuell unter Zurückstellung kurz- oder mittelfristiger Bedürfnisse, zu erlangen. Er sucht die Abkürzung zum Glück, die chemische Schnellstraße, und merkt anfangs häufig gar nicht, dass er damit auf den  „Highway to hell“ abgebogen ist.        

„Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe gekommen“, mit diesen Worten begann Jesus Christus nach dem Matthäusevangelium, Kap. 4, Vers 17, sein öffentliches Wirken. „Tut Buße!“: im griechischen Urtext steht „metanoite!“, was soviel wie „umkehren“ oder „die Richtung ändern“ bedeutet, auch „umdenken“, „bereuen“. „Es ist nicht der Wille Gottes, dass irgend jemand verloren gehe „ sagt 2. Petrus 3,9. Darum bietet Jesus  Christus  jedem, der Bereitschaft zeigt, umzukehren, sich von Sünde, Rebellion und Drogen wegzuwenden, sich auf einen heilsamen Weg zu machen und  sich verändern zu lassen,  seine Hilfe an.  Im Matthäusevangelium Kap. 11, V. 28 – 30, spricht er: „ Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“  Dies beginnt mit der Heilung der gestörten Beziehung zu Gott selbst. Nach Aussage der Bibel will Gott den Menschen wegen seiner Beziehungsstörung nicht verachten,  sondern zeigt gerade seine bedingungslose Liebe darin,  das er seinem Geschöpf in Jesus Christus nahe kommt. „Wenn euch nun der Sohn freimacht, so seid ihr recht frei“, heißt es im Johannesevangelium; Kap.8, V. 36. Gottes Liebe beinhaltet den Anspruch auf Freiheit gegenüber den Lebenslügen, zu denen  auch die Täuschung durch Drogen gehört.

Lieber N., du sprichst von christlich-jüdischem Erbe, vom unvollständigen Jesusbild des Islam, vom auf die antike Staatlichkeit aufgepfropften Christentum, vom unvollständigen Bild des Erlösers im christlichen Abendland. Ja, was nicht rot ist, ist rötlich, was nicht Christ ist, ist christlich. Orientierung geben heißt auf den Orient, also nach Osten, genauer: nach Jerusalem hinweisen, wo unser Herr gekreuzigt wurde für die Sünden der Welt, wohin er wiederkehren wird in unvorstellbarer Macht und Herrlichkeit. Dort und in Galiläa, Samaria („Westbank“) und Judäa liegen die Wurzeln des christlichen Glaubens. Einer der führenden jüdischen Männer damals war Nikodemus; er gehörte zu den Pharisäern, der kam eines Nachts zu Jesus und sagte zu ihm: „Rabbi, wir wissen, dass Gott dich gesandt und als Lehrer bestätigt hat. Nur mit Gottes Hilfe kann jemand solche Taten vollbringen, wie du sie tust.“ Jesu antwortete: „Ich versichere dir, es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (Jo 3, 1-3). Nicht einmal sehen!!!      

Joe


 

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 16. Januar 2009 )