Mittwoch, 8. Februar 2012
 
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Die Bibel
Mittwoch, 08. Februar 2012
Lass leuchten dein Antlitz über dein zerstörtes Heiligtum um deinetwillen, Herr!
Ihr seid aufgebaut auf dem Fundament der Apostel und Propheten - der Schlussstein ist Christus Jesus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, durch ihn werdet auch ihr mit eingebaut in die Wohnung Gottes im Geist.
Joe Rahn - innovative Dienstleistungen und mehr

 
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Deine langen Haare, wie passt das zu 1.Kor.11,14 ? PDF Drucken E-Mail

joe_und_jayDa es hier um eine Frage geht, die mir in meiner  mehr als 25jährigen JESUS-Nachfolge schon des öfteren einmal gestellt wurde, will ich versuchen,  eine zufriedenstellende Antwort zu geben.

 Der von Dir angeführte Vers 1.Kor.11,14 findet sich in einem Abschnitt, in dem es vornehmlich um die Verschleierung der Frauen  geht. Die jüdischen Frauen  zeigten sich für gewöhnlich  verschleiert; das galt natürlich besonders im Gottesdienst. Die Griechen sahen dies alles nicht so eng. Da sich in der korinthischen Gemeinde unterschiedliche Traditionen und Herkünfte zusammenfanden, musste im Interesse eines geordneten Gottesdienstes geklärt werden, wie es die Christen halten sollten. Zunächst möchte ich Dir einige Passagen aus der "Wuppertaler Studienbibel" von 1983 zitieren, Anmerkungen in Klammern sind von mit eingefügt:

"Wir müssen bei unserem ganzen Abschnitt bedenken, dass Paulus hier nicht eine theologische Abhandlung von zeitloser Gültigkeit schrieb, sondern in die Lage einer ganz bestimmten  Gemeinde hinein eine Anweisung geben will, einer Gemeinde, die ihr Leben zu einer ganz bestimmten Zeit und in einer bestimmt geprägten Umwelt zu führen hat. Darum ist manches an dieser Anweisung zeitbedingt. So war es ja auch schon im vorigen Abschnitt: "Götzenopferfleisch" gibt es bei uns nicht mehr. Unmittelbar waren die Ausführungen des Paulus nicht mehr auf uns anzuwenden. Und doch sagten sie ganz Wichtiges auch für unser heutiges Christsein. So ist die Stellung der Frau heute ganz allgemein eine andere geworden. Die Frau mit dem unbedeckten Kopf ist für uns ein selbstverständlicher Anblick in der Öffentlichkeit. Wir empfinden die Frau oder das Mädchen ohne Kopfbedeckung in gar keiner Weise mehr als "unweiblich" oder "herausfordernd". Das "Empfinden" hat sich hier gewandelt. Wir müssen uns immer der Relativität und der Wandelbarkeit solcher "Empfindungen " bewusst bleiben. Wie schockierend und unmöglich wirkte noch vor einem Menschenalter eine Diakonisse auf dem Fahrrad. Wie fatal empfanden wir zunächst die kürzer werdenden Röcke. Heute haben wir uns an solche Dinge gewöhnt. Wenn Paulus die Korinther auffordert: " Bei euch selbst urteilt: Ist es geziemend, dass eine Frau unbedeckt zu GOTT betet?", so konnte er damals damit rechnen, dass die Gemeindemitglieder rein vom Empfinden ihrer Zeit her, ohne dass jetzt Christentum oder Glauben dabei eine Rolle spielten, ihm zustimmten und ein solches Verhalten für  "nicht geziemend", für "anstößig" hielten. Wir aber empfinden darin anders und zwar wiederum, ohne dass Christentum und Glaube dabei mitsprechen. Wie stark Paulus selber sich bei seinem Urteil gar nicht einfach vom Glauben bestimmt weiß, zeigt sein Hinweis auf die "Natur". "Und lehrt euch nicht die Natur selbst, dass wenn ein Mann langes Haar trägt, es eine Unehre für ihn ist; wenn aber eine Frau langes Haar hat, es eine Ehre für sie ist? Denn das lange Haar ist ihr als Hülle gegeben." Auch hier ist für uns sofort deutlich, wie unsicher und wandelbar solche Lehre der " Natur" ist. Für den Griechen der alten Zeit war wie für den Germanen das lange Haar beim Mann durchaus ehrenvoll und das Kurzschneiden des Haares schimpflich. Erst in der Römerzeit kamen der Kurzschnitt und die Rasur des Manneskopfes auf. Und es gibt heute noch Indianerstämme, bei denen jeder Mann, auch der Christ gewordene, den langen Zopf trägt und dies mit Stolz tut und eine "Ehre" darin sieht, recht langes Haar zu haben. Und doch ist der Hinweis des Apostels auf die "Natur" nicht falsch, sondern richtig und wesentlich. Die Natur macht einen tiefen und unaustilgbaren Unterschied zwischen den Geschlechtern. Und dieser Unterschied betrifft nicht nur die Einzelheiten, sondern bestimmt das ganze körperliche und seelische Sein. Und hinter der "Natur" steht GOTT, der Mann und Frau in dieser ganzen Verschiedenheit gewollt hat, gerade damit ihre Einheit in der Ehe und ihre Einheit in CHRISTUS umso reicher und fester werde. Und damit stehen wir vor dem eigentlichen Nerv in den  Ausführungen des Apostels. Die Frau hat in der Gemeinde JESU eine Stellung bekommen, die sie hoch aus allem heraushob, was der jüdischen wie der heidnischen Frau zugestanden war. Als "Glaubende" steht sie gleichberechtigt neben dem Mann  in CHRISTUS; sie darf völlig anders als die Frau in der Synagoge oder die Frau im heidnischen Tempel beten und weissagen. Aber bleibt sie dabei dennoch ganz "Frau"? Oder strebt sie nach einer falschen "Gleichheit" mit dem Mann, die der Natur und dem Schöpferwillen GOTTES zuwider lief? Für Paulus entschied sich das an einer Äußerlichkeit: Am Ablegen oder am willigen Tragen des Kopftuches als dem Kennzeichen der Ehefrau. Wir haben das "Kopftuch" in diesem Sinn nicht mehr, so wie wir auch das "Götzenopferfleisch" nicht mehr kennen. Der Hut der Frau hat mit dem "Kopftuch" der damaligen Zeit nichts zu tun.  Und selbst wenn Frauen und Mädchen heute ein Kopftuch umbinden, so ist es doch in keiner Weise mehr das "Kopftuch", um das es Paulus damals ging. Das heutige Kopftuch ist kein "Zeichen" mehr (Ausnahme: Muslimas). Mit ihm hat eine Frau heute keine "Macht auf ihrem Haupt". Aber für die Gemeinde JESUS geht es auch heute darum, dass ihre Männer ganze Männer und ihre Frauen echte Frauen bleiben. Und auch für uns wird sich die Wahrung der "Fraulichkeit" der weiblichen Gemeindemitglieder in bestimmten "Äußerlichkeiten " entscheiden, wie alle inneren Haltungen in äußeren Verhaltensweisen konkret zum Ausdruck kommen. Ein klares Empfinden für das, was der Frau (und dem Mann) "geziemend" ist, muss in der Gemeinde JESU lebendig sein. Es gibt zweifellos modische Dinge, die eine Jüngerin JESU  (wie auch ein Jünger JESUS) nicht mitmachen kann, weil sie trotz der Mode hässlich oder herausfordernd sind."

Ich denke, hier ist eigentlich schon das wesentliche gesagt. Im Rahmen einer anders gearteten gesellschaftlichen Situation müssen Grundsätze neu gestaltet werden. Eine einfache Übertragung verbietet sich, sonst müssten wir gar zu der Kleidermode,  oder gar zum Sklaventum der damaligen Zeit zurückkehren. Ich erinnere mich mit Schmunzeln an eine Begebenheit aus der Zeit, wo meine Frau und ich, beide noch recht junge Christen, beim Christlichen Hilfswerk in Baden-Baden Steinbach angestellt waren. Es handelte sich um eine christliche Glaubens- und Lebensgemeinschaft; Dinge wie Fernsehen, weltliche Musik oder Rauchen waren dort tabu. Für uns, die wir aus der Drogenszene kamen, war das ein sehr hilfreicher Rahmen. Einmal in der Woche kamen wir als Haus- und Lebensgemeinschaft zusammen. Probleme des Zusammenlebens konnten hier angesprochen werden. Und dann "störte sich" ein "Bruder" an den Hosen, die die jüngeren Mitarbeiterinnen immer öfter trugen  - lange Zeit galt ein allerdings inoffizielles "Hosenverbot" bei weiblichen Mitarbeitern. Eine äußerst lebhafte Diskussion entstand, auf der alle, vor allem die betreffenden jüngeren Mitarbeiterinnen und der schon erwähnte "Bruder" ihre Positionen  lebhaft verteidigten. Bis dann der Hausvater, ein liebenswürdiger, älterer, weishaariger Bruder, dem Zwist mit seinem Beitrag ein Ende setzte. "Ist das nicht ein bisschen albern, was ihr da diskutiert", meinte er, wisst ihr eigentlich, das zu JESU Erdenzeiten Männer Kleider und Röcke trugen. Das entscheidende ist doch, dass ein Mann als Mann und eine Frau als Frau erkennbar ist, also, dass  ein Mann sich nicht weibisch gibt und eine Frau nicht wie ein Kerl daherkommt." Recht hatte er! Und ich denke auch nicht, dass ich weibisch wirke. Schon mein langer Bart steht dem im Wege.

barry_and_joeÜbrigens  gebe ich Paulus recht. "Und lehrt Dich nicht auch die Natur selbst, dass wenn Du lange Haar trägst, es eine Schande für Dich ist?" Natürlich tut sie das. Ich meine, ich bin jetzt 57, in diesem Alter haben viele Männer schon reichlich wenig Haare auf dem Kopf, und auch meine wachsen lange nicht mehr so wie in jüngeren Jahren, werden dünner, fallen aus , splissen, ist doch nur eine Frage der Zeit, dass es unansehnlich wird, eine Schande. Ja und ? Ich meine, ist unser verweltlichtes westliches Christentum nicht sowieso meist eine Schande. Auf eine mehr oder weniger kommt es dann doch gar nicht an, oder? Aber tröstlich, sie sind alle gezählt! (Mt.10,30) und GOTT schaut nicht auf das Äußere, sondern aufs Herz (1. Samuel 16,7)!

Abschließen möchte ich mit einem kurzen Zeugnis. Ich war zu  JESUS bekehrt, trug aber noch sehr lange Haare. Ich las viel in der Bibel und stieß so natürlich auch auf  diese Korintherstelle, damals ging sie mir quer runter, um ehrlich zu sein, ich war einfach noch nicht bereit, mein langes Haar GOTT auszuliefern. Da war noch ganz viel Stolz. Doch in meiner Gemeinde wurde ich genommen, wie ich war. Sie vertrauten wohl auf das Wirken des HEILIGEN GEISTES. Und ER wirkte! Während einer Predigt überkam mich eine große Unruhe. Ich spürte, GOTTES GEIST wollte mich auf das Thema Haare ansprechen. Ich wurde innerlich gedrängt, meine Bibel aufzuschlagen. Aber bitte nicht Korinther, sträubte sich mein Inneres. Damals hatte ich eine Bibel mit Register. Wenn schon Bibel, dann Apostelgeschichte dachte ich, da kann Dir nichts passieren. Von wegen! Als ich die Bibel geöffnet hatte, lag mein Finger direkt auf folgender Stelle: "... und trage die Kosten für sie, dass sie sich ihr Haupt scheren können; so werden alle erkennen, dass es nicht so sei, wie ihnen über dich berichtet ist..." (Apg. 21, 24) Da hatte ich´s, sogar mit Begründung. Und so überzeugte mich GOTTES GEIST  innerlich, mir die Haare kurz schneiden zu lassen, einfach um meinen Eltern und meiner Umgebung deutlich werden zu lassen, Joe ist anders geworden, gehört jetzt zu JESUS und  hat mit Drogen und Rebellion nichts mehr im Sinn. Und so habe mir dann gegen mein eigenes ästhetisches Empfinden die Haare kurz geschnitten und sie auch einige Jahre kurz getragen. Mittlerweile sind sie wieder gewachsen - wie bei Simson Lächelnd-, fühle mich so einfach  wohler in meiner Haut. Auch meine Frau mag es,  und ich habe Frieden darüber. Für den Dienst, wie ihn GOTT geschenkt hat, ist es mitunter sogar hilfreich. Ich brauche z.B. bei Einsätzen in der Szene oft gar nicht auf die Leute zugehen. Sie kommen meist  von selbst zu mir: "eh, Alter, haste Stoff?"  und schon sind wir mitten im Gespräch . Ein Schlussgedanke: ich bin nicht davon überzeugt, dass JESUS wie auf traditionellen Abbildungen meist abgebildet, lange Haare getragen hat. Lange Haare trugen die Nasiräer, das waren abgesonderte, heilige Leute im Judentum, die ein Gelübde abgelegt hatten. U.a. durften sie keinen Wein trinken und keine Toten berühren. JESUS hat beides aber gemacht. Er wird nichts nach außen dargestellt haben, was in Wirklichkeit nicht war. So denke ich, dass ER wohl kurzes oder mittellanges (der damaligen Gepflogenheit  entsprechendes) Haar getragen hat.  

Hoffe, ich habe Dir mit meinen Zeilen dienen können. Im Mittelalter hat sich einmal die gesamte theologische Elite wochenlang  darum gestritten, wie viele Engel auf einer Nadelspitze Platz hätten, statt den unerretteten Massen das Evangelium zu bringen. Es gibt doch wirklich wichtigere Themen und Aufgaben. Packen wir´s an,

 

 Joe

                     

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 12. Juni 2011 )