Graffiti - eine neue Szene war geboren. Pasquale war nicht nur dabei sondern mittendrin
Graffiti entstand in den Ghettos von New York. In
den frühen 70ern begannen Jugendliche durch ihre Schriftzeichen und
Namen ("Tags") sich den anderen mitzuteilen. Eine neue Szene war
geboren.
Schnell wuchs eine Gruppe, die alles mit ihrer
Botschaft besprühte. Die Writer zeichneten Skizzen und hörten
miteinander dieselbe Musik. Diese Entwürfe wurden mit der Sprühdose an
die Wände und Züge gemalt. Sie wurden oft von verrückten Figuren
(Characters) verziert. In verschiedensten Formen der Buchstaben begann
sich eine neue Generation auszudrücken.
Ich selbst bin seit 12 Jahren in dieser Szene
dabei, davon ca. fünf Jahre intensiver. Einer der ersten Sprüher
Münchens wohnte gegenüber von mir (in Moosach, S1) und so hörte ich
ziemlich früh von Graffiti. Mir gefiel der Gedanke sehr, die Welt durch
meine Message verändern zu können. Durch das Sprühen waren wir
verbunden, lernten neue Leute kennen und kamen in Europa herum. Wir
hatten Spaß ohne Ende. Die HipHop-Musik und deren Texte, die von
Revolution sprachen, verstärkten meinen Glauben an diese Message. So
sprang ich hinein und tauchte in den Strom der Farben und Beats ein,
und ließ mich davon treiben.
Doch bald wachte ich aus dem Farbenrausch auf. Wo
ich mir vorstellte, mit der Graffiti-Botschaft, etwas zum Positiven zu
verändern, war genau das Gegenteil passiert: Wir mussten die Dinge
gewalttätig klären. Wir schlugen Leute zusammen die unsere Bilder
übersprühten und bedrohten andere um ihnen ihre Dosen abzunehmen. Statt
Freude spürte ich Hass, statt Frieden herrschte Gewalt. Ich erlebte
Enttäuschungen, weil ich getäuscht war. Getäuscht von dieser Welt. Es
war, wie ein Fluch der alles Gute ins Böse zog und zerstörte. Anstatt
die Welt zu ändern, wurde ich verändert. Ich fing an Drogen zu nehmen
und wurde immer aggressiver. Meine Bilder wurden immer dunkler,
trauriger und horrormäßiger. Ich lebte in einer Fantasiewelt und konnte
mich meinen Mitmenschen nicht mehr richtig mitteilen.
Mein ganzes Wesen war anders geworden.
Da war dieser trübe Nachmittag. Ich ging in der
Münchener Innenstadt die Straße entlang und kam am Pizza Hut vorbei.
Dort am Fenster saßen zwei Freunde von mir, die auf der Kunstakademie
studierten. Sie führten eine heiße Diskussion und ich setzte mich zu
ihnen. Einer von ihnen sprach seltsamerweise von Jesus Christus. Es kam
mir deshalb komisch vor, weil er ein Türke war. Er erzählte mir mehr
von seinen Ansichten und wir unterhielten uns. Wir sprachen über Gott,
den Sohn Gottes, Liebe, Sünde, Leben und Tod und davon, dass der Mensch
durch sein eigenwilliges Handeln von Gott getrennt war. Der Mittelpunkt
unserer Gedanken und unseres Lebens war nicht mehr Gott, sondern das
eigene Ich.
Ich fand das sehr interessant, denn bis zu diesem
Zeitpunkt war Jesus für mich nur ein Name den ich mit der Kirche in
verbindung brachte. Wir trafen uns wieder und ich stellte ihm viele
Fragen. Da erfuhr ich mehr über die Bibel und über Jesus Christus. Es
war das ersten Mal, dass ich eine Message hörte, die mir wirklich
weiterhalf und etwas gab. Die gute Nachricht war, dass Gott gut ist und
mich liebt so wie ich bin. Er eine Beziehung zu mir haben will und
dafür sogar bereit war zu sterben. Ich entschied mich, Gott an meinem
Leben teil- haben zu lassen. Jetzt macht er mich zu dem Menschen der
ich eigentlich sein sollte. Keine Kopie, sondern ein Original. Er half
mir mit Drogen und Gewalt schluss zu machen und ich fing wieder an
normal zu denken und zu leben. Das Schöne dabei ist, zu wissen, dass er
mir heute immer noch hilft mein Leben zu verändern. Jesus lebt!
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