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1.1.
„Gemeinde“
Unter einer
Gemeinde verstehen wir den Teil des „Leibes CHRISTI“, der sich an einem bestimmten
Ort zusammenfindet, um verbindlich gemeinsam dem HERRN zu dienen.
Die Gemeinde ist
sich der Tatsache bewusst, dass sie eine unter vielen ist. Sie sucht – wenn
irgend möglich – Gemeinschaft mit anderen Gemeinden.
Viele Gemeinden
haben bei ihrer Gründung eine bestimmte konfessionelle Prägung erhalten, andere
sind am Anfang mit dem Vorsatz angetreten, ausschließlich den Leitlinien der
Heiligen Schrift zu folgen. Spätestens in der 2. oder 3. Generation zeigt es
sich, dass die einen neben ihrer konfessionellen Prägung eigenständige Traditionen
gebildet haben, die anderen ebenfalls Sonderwege gegangen sind. Gemeindespezifische
Eigenheiten, ein bestimmter „Stallgeruch“ ist unverkennbar.
Neben dieser
Entwicklung haben
- bestimmte Glaubenserfahrungen,
- neue Anbetungsformen,
- neue Erkenntnisse und Einsichten
hinsichtlich der Lehre,
- „Leiter“ mit einem ausgeprägten
Führungsstil,
- Einfluß von außen –
außergemeindlich wirksame Persönlichkeiten
Veränderungen im
Erscheinungsbild von Gemeinden hervorgebracht.
So haben sich mit
der Zeit ursprünglich recht unterschiedliche Gemeinden einander angenähert,
einst befreundete Gemeinden sind sich im Laufe der Zeit fremd geworden.
2. „Charismatiker“
In den 60er Jahren
kam in Deutschland die „charismatische Bewegung“ auf. Ausgehend von
verschiedenen Zentren (vor allem sei hier Schloß Craheim genannt) erreichte die
Botschaft dieser Bewegung viele Gemeinden.
Die frühe
„charismatische Bewegung“ war nicht auf Gemeindegründungen ausgerichtet. Man
wollte die bestehenden Kirchen, Freikirchen, Gemeinschaften mit der neuen
Botschaft erreichen und so durch Buße und Erneuerung zu einer Erweckung der
Christenheit in Deutschland beitragen. Schon früh gab es katholische, evangelische, und freikirchliche
Charismatiker. Sie versuchten, durch Lobpreis- und Segnungsgottesdienste,
Evangelisationen und einem charismatischen Lebensstil zur geistlichen
Erneuerung ihrer Gemeinden beizutragen.
Die aus der
Hippiebewegung hervorgegangene Bewegung der „Jesus-People“ sorgte – sobald sie
nach Deutschland gekommen war – für schnelle Verbreitung der charismatischen
Bewegung. In den frühen 70-er Jahren kam es dann zu vielen Gründungen von Missionswerken
und charismatischen Zentren (Berlin, Braunschweig, Altensteig, Düsseldorf, Lüdenscheid,
Leer/Ostfriesland, in der DDR Schniewindhaus und an vielen anderen Orten.)
Sobald die
Botschaft der charismatischen Bewegung bekannt wurde, formierte sich auch
Widerstand. Vor allem aus Kreisen des Gnadauer Verbandes und der Brüderbewegung
und konservativer katholischer Kreise wurden kritische und warnende Stimmen
laut.
Im
Laufe der Jahre entstanden aus den charismatischen Werken entgegen der
ursprünglichen Absicht viele freie Gemeinden. Einige von ihnen gehören zu den
großen christlichen Gemeinden in Deutschland (z.B. Südstern Berlin, JMS Altensteig,
‚BGG Stuttgart).
Im Laufe der Jahre kam es zu einer Annäherung zur
Pfingstbewegung. Eine große Anzahl der
„freien“ Werke und Gemeinden ist heute Teil des BfP (Bund
freikirchlicher Pfingstgemeinden).
Leider gab es im
Laufe der Zeit auch beklagenswerte Fehlentwicklungen.
Besonders aus
Übersee kamen Menschen mit „Weissagungen“ über Erweckungen, die in Kürze das
ganze Land „überfluten“ sollten. Manche waren termingebunden, andere ließen den
Zeitpunkt offen. Es wurde angekündigt, dass die Truppen der UdSSR bis an Rhein
und Donau vorstoßen würden, dass 2,7 Millionen Juden aus der UdSSR in einem
großen Strom über Helmstedt und über Finnland nach Deutschland und von da nach
Israel auswandern würden. Bis zum Jahre 2000 sollten 51 % der Bevölkerung
gläubig geworden sein.
Diese „Botschaften“
haben sich in der Regel so nicht erfüllt. Das gab den Kritikern
Auftrieb und verunsicherte viele der Charismatiker.
Als
dann noch aus Kanada der sog. „Torontosegen“ einige hundert Gemeinden in
Deutschland erreichte, nahm die Verunsicherung noch zu. Viele Christen wandten
sich entschieden von der charismatischen Bewegung ab. Ganze Gemeinden sagten
sich von dem „falschen Geist“ los. Viele haben viel verloren.
Berechtigte
Kritik wurde auch an dem Auftreten einiger Spitzenvertreter der charismatischen
Bewegung geübt (große Autos, teure Hotels, manipulative Performances,
übertriebene Spendensammlungen).
Leider
werden in der christlichen Öffentlichkeit solche Erscheinungsformen oft mit dem
Anliegen der charismatischen Gemeinden gleichgesetzt.
2.1.
„Charismatisch“ – was ist gemeint?
Das Wort
„charismatisch“ ist von dem griechischen „charisma“ abgeleitet.
Charisma hat es mit
„charis“ = „Gnade, Dank, Gunst, Huld, Gnadentat ...“ zu tun.
Charisma ist
Gnadengabe, Gnadengeschenk, wohlwollend gespendete Gabe. In GOTTES Wort ist
oft eine von GOTT verliehene Gnade gemeint, die den Gläubigen zum Dienst
befähigt.
Es folgen die 17
Textstellen, in denen Charisma vorkommt:
- Römer 1,11: Denn mich verlangt
sehr, euch zu sehen, auf daß ich euch etwas geistliche Gnadengabe (charisma pneumatikon) mitteilte, um
euch zu befestigen.
- Römer 5,15: Ist nicht aber wie
die Übertretung also auch die Gnadengabe? Denn wenn durch des Einen
Übertretung die Vielen gestorben sind, so ist vielmehr die Gnade Gottes
und die Gabe in Gnade, die durch einen Menschen, Jesum Christum, ist,
gegen die Vielen überströmend geworden.
- Römer 5,16: Und ist nicht wie
durch Einen, der gesündigt hat, so auch die Gabe? Denn das Urteil war von
einem zur Verdammnis, die Gnadengabe aber von vielen Übertretungen
zur Gerechtigkeit.
- Römer 6,23: Denn der Lohn der Sünde
ist der Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christo
Jesu, unserem Herrn.
- Römer 11,29: Denn die Gnadengaben
und die Berufung Gottes sind unbereubar.
- Römer 12,6: Da wir aber
verschiedene Gnadengaben haben, nach der uns verliehenen Gnade: es
sei Weissagung, so laßt uns weissagen nach dem Maße des Glaubens ...
- 1.Korinther 1,7: ... so daß ihr
in keiner Gnadengabe Mangel habt, indem ihr die Offenbarung unseres
Herrn Jesus Christus erwartet.
- 1.Korinther 7,7: Ich wünsche
aber, alle Menschen wären wie auch ich selbst; aber ein jeder hat seine
eigene Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so.
- 1.Korinther 12,4: Es sind aber
Verschiedenheiten von Gnadengaben, aber derselbe Geist.
- 1.Korinther 12,9: einem anderen
aber Glauben in demselben Geiste, einem anderen aber Gnadengaben
der Heilungen in demselben Geiste,
- 1.Korinther 12,28: Und Gott hat
etliche in der Versammlung gesetzt: erstens Apostel, zweitens Propheten,
drittens Lehrer, sodann Wunderkräfte, sodann Gnadengaben der Heilungen,
Hilfeleistungen, Regierungen, Arten von Sprachen.
- 1.Korinther 12,30: Haben alle Gnadengaben
der Heilungen? Reden alle in Sprachen?
- 1.Korinther 12,31: Legen alle
aus? Eifert aber um die größeren Gnadengaben; und einen noch weit
vortrefflicheren Weg zeige ich euch.
- 2.Korinther 1,11: ... indem auch
ihr durch das Flehen für uns mitwirket, auf daß für die mittelst vieler
Personen uns verliehene Gnadengabe durch viele für uns Danksagung
dargebracht werde.
- 1.Timotheus 4,14: Vernachlässige
nicht die Gnadengabe in dir, welche dir gegeben worden ist durch
Weissagung mit Händeauflegen der Ältestenschaft.
- 2.Timotheus 1,6: Um welcher
Ursache willen ich dich erinnere, die Gnadengabe Gottes anzufachen,
die in dir ist durch das Auflegen meiner Hände.
- 1.Petrus 4,10: Je nachdem ein
jeder eine Gnadengabe empfangen hat, dienet einander damit als gute
Verwalter der mancherlei Gnade Gottes.
Aus diesen Texten
können wir ersehen:
- Die Gnadengabe GOTTES schlechthin
ist CHRISTUS (2,3,4). In IHM haben wir alles, was GOTTES Gnade für uns
hat.
- Ein Teil dieser Gnade zeigt sich
in bestimmten Gnadengaben, die der HERR uns zum Dienst gegeben hat (6,17).
- Die Gnadengaben sind
unterschiedlich verteilt. Nicht jeder hat alles bekommen (8,9,12).
- Heilungen werden besonders als
Gnadengaben bezeichnet (11,12).
- Man kann empfangene Gnadengaben
auch vernachlässigen (15,16).
- GOTT teilt die Gnadengaben aus
(6,8,9).
- Eine Gemeinde in der Vielfalt der
„Glieder CHRISTI“ und ihrer Gaben braucht an keiner Gnadengabe Mangel zu
haben (7).
- Die Gnadengabe, die dem Paulus
verliehen war, dient zur Auferbauung der Gemeinde in Rom. Auch „unsere“
Gnadengaben sollen zur Auferbauung der Gemeinde dienen (1).
- Die Gnadengabe, die Paulus
verliehen war, hat in vielen Danksagung (GOTTES) hervorgebracht (14) Unsere
....
26 x im Neuen Testament finden wir den Begriff
„pneumatikos“ = geistlich, den GEIST betreffend (Römer 1,11; 1. Korinther 2,13;
1. Kor. 2,15; 1. Petrus 2,5) Im Zusammenhang mit „Charisma“ dürfen 1. Korinther
12, 1; und 1. Korinther 14,1 nicht übersehen werden.
2.2.Wer
ist ein Charismatiker?
A. Ein
charismatischer Christ ist ein Gläubiger, der den Sohn GOTTES angenommen hat
und damit die Fülle der Segnungen GOTTES empfangen hat
(Johannes 1,12; Vers 16; Römer 8,32; Epheser 1,3).
B. Ein
charismatischer Christ ist ein Gläubiger, der bewusst und zielgerichtet in der
Fülle der Segnungen GOTTES zur Auferbauung der Gemeinde tätig ist.
(Bewusst: Er kennt und glaubt, was GOTT über die Gnadengaben in Seinem Wort
mitteilt. Besonders die Lehrkapitel 12-14 aus dem 1. Korintherbrief sind ihm im
Herzen. Er weiß, dass er vom HERRN einmal gefragt wird, was er mit der/den ihm
verliehenen Gabe/n ausgerichtet hat. Darum vernachlässigt er die Gnadengaben
nicht, sondern „eifert“ um „mehr“.)
C. Ein
charismatischer Christ dient gemeindebezogen (Vergleich
mit den Gliedern eines Leibes, die alle für einander da sind).
3.
Eine charismatische Gemeinde
In einer
charismatischen Gemeinde ist Raum für die Betätigung und Wirkung der
geistlichen Gaben. Sie werden nicht behindert, statt dessen ermutigt und
gefördert. Sie bleibt eine charismatische Gemeinde, auch wenn zeitweilig nicht
alle Gnadengaben vorkommen.
3.1. Biblische Belehrung
Die Gnadengaben
müssen schriftgemäß erkannt und ausgeübt werden.
Das setzt eine
entsprechende Belehrung der Gemeinde voraus. Dabei müssen vor allem Römer 12,
3-8; 1. Korinther 12,13 und 14 Beachtung finden.
3.2. Wir sind
Glieder des Leibes CHRISTI
In der Gemeinde hat
jedes Glied eine bestimmte Gnadengabe. Jeder braucht all die anderen. Diese
Erkenntnis schließt törichten Stolz, Eitelkeit und Hochmut im Verhältnis zu den
anderen Gemeindegliedern aus. Anderseits befreit sie mich, „meine“, d.h. die
mir zuteil gewordene Gnadengabe auch einzubringen, den andern dienend mit der
Gnadengabe, die ich empfangen habe (vgl. 1.Petrus 4,10!).
3.3. In Liebe
1.Korinther 13
belehrt uns, dass die Betätigung der Gnadengaben ohne Liebe Mißbrauch dieser
Geschenke GOTTES sind. „In Liebe“ bedeutet nicht nur, dass ich dem Nächsten aus
Liebe und liebevoll mit „meiner“ Gabe diene; unsere Liebe ist immer zuerst
Liebe zu GOTT, danach und durch IHN ist sie auch Liebe zu Seinen Kindern.
Liebe zu GOTT zeigt
sich in einem geheiligten „Wandel“, in Demut und Gehorsam dem HERRN gegenüber.
Eine charismatische
Gemeinde wird eine (besonders) geheiligte, von göttlicher Liebe geprägte
Gemeinde sein.
3.4. Freiheit
Wo der GEIST des
HERRN ist, da ist Freiheit (2.Korinther 3,17). Freiheit wird benötigt, um eine
Weissagung auszusprechen, für einen kranken Menschen öffentlich im Glauben zu
beten usw. Der HEILIGE GEIST beseitigt durch die Liebe GOTTES Ängstlichkeit,
Kleinglauben, Menschenscheu.
3.5. Ablehnung
Viele Christen
können und wollen die Gnadengaben nicht oder nur als Lehrgabe, Diakonie, Trost
... gelten lassen. Sie kennen dafür unterschiedliche „biblische“ Begründungen.
Schon zu Zeiten der Reformation wurden „Charismatiker“ mit dem Schmähwort
„Schwärmer“ belegt. Sie und der in ihnen wirkende „Schwarmgeist“ wurden
verfolgt, z. T. blutig. Diese Ablehnung gibt es bis heute. Wer „in Zungen“
redet wird von vielen gemieden. Leider geht durch manche Gemeinde ein tiefer
Riß. Pro und Contra stehen sich scheinbar unüberbrückbar gegenüber. Es ist gut,
wenn eine Gemeinde sich entscheidet, welchen Weg sie gehen will. Das setzt (oft
langwieriges) Forschen in der Schrift, viel Gebet und große Demut voraus.
3.6. Zulauf
Eine Gemeinde, in
der die Gnadengaben gehorsam in den Dienst eingebracht werden, bekommt Zulauf.
Überall gibt es Christen, die sich nach „mehr von GOTT“ sehnen. Physisch und
psychisch Kranke kommen in der Hoffnung, Hilfe zu finden.
Hier lauern
Gefahren:
- Wir verlassen die demütige
Wertschätzung, die wir selbstverständlich auch den Gemeinden schulden, aus
denen die Gläubigen zu uns kommen.
- Angeregt durch den Zulauf und das
damit verbundene Gemeindewachstum vernachlässigen wir die Verkündigung des
Evangeliums (wir wachsen ja). Dadurch entsteht ein bleibender Schaden für
die Gemeinde.
- Die Gnadengaben werden zum
Mittelpunkt. Das „Wort vom Kreuz“ und die tägliche Reinigung werden vernachlässigt.
- Einige, die besonders treu und
deswegen auch „erfolgreich“ mit ihren Gaben dienen, werden zu
Zentralfiguren in der Gemeinde. Man richtet sich nach ihnen aus.
- Man vergisst, dass der HERR JESUS
bald wiederkommt, weil ja „alles so gut läuft“.
3.7. Freude
Eine Gemeinde, die
demütig, geheiligt, in der Liebe GOTTES die Gnadengaben gebraucht, ist eine
Gemeinde, in der sich Freude zeigt.
Bei aller
Traurigkeit über die Verlorenen, über die Irrenden, über die Sünde in der Welt
leben sie in der Freude des HEILIGEN GEISTES.
3.8. Anbetung
Die Gnadengaben
werden von GOTT bestätigt. Kranke werden gesund, Gebundene werden frei, Sünder
überführt, Fragende erhalten Antworten. Die Erfahrung des Wirkens GOTTES und
Seiner spürbaren Gegenwart bleiben nicht ohne Antwort. Die Herzen können nicht
anders: Sie müssen ihren GOTT anbeten, IHM ihre Dank aussprechen, IHM zujubeln.
Das wird nicht in streng liturgisch geordneten Bahnen möglich sein, was auch
gar nicht erwünscht ist. Der HEILIGE GEIST befreit auch von (ansonsten
hilfreichen) Formen. Die Gnadengabe des Sprachenredens wird hier in
„geistlichen Liedern“ (odais pneumatikais) zu einem Instrument des gemeinsamen
Lobpreises. Ebenso kann es zu schweigendem „Anschauen der Herrlichkeit des
HERRN“ kommen, zu anbetender Stille. Nur weniges ist planbar, etwa der Anfang
der Versammlung und der Schluß.
Das heißt nicht,
dass Unordnung herrscht. Es gibt auch die Gnadengabe der Steuerung (Leitung =
kybernesis). Durch sie bleibt in der charismatischen Versammlung alles
„anständig und in Ordnung“ 1. Kor. 14,40).
Der Segen einer
solchen Versammlung wird mitgenommen in den Alltag.
3.9. Nicht nur in
den Versammlungen der Gemeinde
Eine charismatische Gemeinde ist 7 Tage in der Woche
charismatisch oder sie ist es gar nicht. Die Häuser der Gemeinde stehen für
alle Geschwister offen. Gegenseitige Hilfeleistung ist selbstverständlich.
Jeder dient mit der Gabe, die er empfangen hat. Freigiebigkeit ist
selbstverständlich. Immer wieder treffen sich Gemeindeglieder, um für die
Anliegen der Geschwister und darüber hinaus für die ihnen bekannten Nöte zu beten.
Dabei ist Offenheit
selbstverständlich. Nicht nur die Schränke und Tiefkühltruhen stehen den
Geschwistern offen, sondern auch die Herzen.
3.10. Nachahmung
Wenn in einer
Gemeinde das Feuer der „ersten Liebe“ erloschen ist, kann man natürlich
weiterhin „charismatische Gottesdienste“ „abhalten“. Wenn eine gute
musikalische Leitung verfügbar ist, einige erfahrene „Leiter“ die Sache in die
Hand nehmen, kann es auch weiterhin „Lobpreisgottesdienste“ geben. Der
Außenstehende, der Gast, ist immer noch
beeindruckt von den begeisternden Liedern, zündenden Ansprachen, von
Weissagungen oder doch von dem, was dafür ausgegeben wird.
3.11. Buße
Statt einfach
weiterzumachen sollte die Ermahnung des HERRN aus Offenbarung 2,5 befolgt
werden: „Gedenke nun, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten
Werke!“ Buße tun, die Gesinnung ändern, einhalten, umkehren – nicht zu den
verlorenen Gnadengaben, sondern zu dem HERRN JESUS, der innerlich „verlassen“
wurde. Zu IHM muß man umkehren; ER wird ein neues Feuer der Liebe entzünden,
das sich äußert in noch treuerer Nachfolge, mutigem Zeugnis, dem Wunsch, in
befreiter Heiligkeit mit IHM zu leben.
3.12. Demütig sein
Es gibt geheiligte,
geradezu vorbildliche Christen, die niemals eine „charismatische“ Versammlung
erlebt haben. Viele von ihnen haben ungezählte Menschen zum Glauben geführt,
Werke und Gemeinden gegründet, GOTT hat mächtig durch sie gewirkt. Das sagt
uns, dass diejenigen, welche die beschriebenen Erfahrungen gemacht haben,
demütig sein sollten. Sie sind jedenfalls nichts Besseres als andere Christen.
Der gleiche Preis ist für alle bezahlt: das Blut JESU CHRISTI, des Sohnes
GOTTES
3.13. Wollen wir
das überhaupt?
Viele Gläubige sind
durch ungute Erscheinungsformen der charismatischen Bewegung abgeschreckt. Sie
lieben den HERRN JESUS, sie wollen dem Wort gehorchen, berufen sich auf die
unter 3.11. erwähnten Christen und wollen nicht (wieder) irgend einem
„Schwarmgeist“ anheimfallen. Muß es zu Trennungen kommen? Darf man – um
Trennungen zu vermeiden – auf einmal von GOTT offenbarte Wahrheiten verzichten?
Was wollen wir? Oder gibt es einen Weg, beides miteinander in einer Gemeinde zu
vereinbaren (z. B. durch verschiedene
Versammlungen mit unterschiedlicher Ausrichtung).
Der HERR helfe uns,
dass wir den richtigen Weg finden und gehen!
Teil
2:
Was verstehen wir unter dem Begriff "Geistestaufe?"
Wir
glauben, daß es der Wille des HERRN ist, daß wir „voll Geistes“ sind (Eph.
5,18b).
Wir
sehen, daß die Belehrung darüber oft fehlt, so daß die Jungbekehrten
zwar Vergebung und das „Recht, GOTTES Kinder zu heißen“ (Joh.
1,12) im Glauben annehmen
können, nicht aber die „Gabe des HEILIGEN GEISTES“ (Apg.
2,38). Sie wissen oft
nicht einmal, „ob der Heilige Geist überhaupt da ist“ (Apg.
19,2).
Es
besteht in der hiesigen Christenheit ein bedeutender Nachholbedarf. (Das gilt
ebenso von der Wassertaufe). Darum muß die Botschaft vom HEILIGEN GEIST verkündigt
werden.
Nachdem wir den GEIST empfangen haben als wir gläubig wurden,
muß die Erfüllung wieder und wieder geschehen. Das Gleichnis von dem Krug, der
nur dann überfließend mit frischem Wasser gefüllt bleibt, wenn er unter der
Quelle stehen bleibt, kann das veranschaulichen.
Immerhin
muß dieser Krug einmal bewußt dahin gestellt werden. Man kann die erste bewußte
Erfüllung mit dem HEILIGEN GEIST mit dem außerbiblischen Begriff* „Geistestaufe“
bezeichnen.
Ein
geisterfülltes Leben weist sich durch „gute Früchte“ aus. Gal.
5,22 spricht von der
„Frucht des GEISTES“, 2.Tim.1,7 kennzeichnet den Heiligen Geist in
den Glaubenden als den „GEIST der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“
Jemand
sagte zudem einmal: “Es kommt nicht so sehr darauf an, daß wir den GEIST
haben, als vielmehr darauf, daß ER uns hat.“ Hingabe und Gehorsam, ein
„Wandel in guten Werken“ und verschiedene Wirkungen des GEISTES (Gnadengaben)
sind ein besserer Beweis als jedes Lippenbekenntnis. Das wichtigste Anliegen
des HEILIGEN GEISTES ist es, JESUS CHRISTUS zu verherrlichen.
Wir
glauben, daß alles, was nicht letztlich „zum Preise der Herrlichkeit Seines
Namens (Eph.1,12) ist, nicht aus dem HEILIGEN GEIST kommt.
Wir
verwerfen damit einerseits die Auffassung, jeder „Christ“ sei von Anfang an und
immer „voll GEISTES“. Die Praxis zeigt, daß es in Wirklichkeit nur wenige Menschen
„voll HEILIGEN GEISTES“ gibt. Apg.6,3. Damit soll nicht bestritten werden, daß Bekehrung und
Wiedergeburt bereits Werke des GEISTES sind. Als wir gläubig wurden haben wir
den HEILIGEN GEIST empfangen (Eph.1,13; Rö.5,5; 8,9+23; 1.Kor.6,19
u.a.). Wenn Petrus in
Apg. 2,38 von der „Gabe des HEILIGEN GEISTES“ spricht, dann meint er etwas, das
im Leben des Empfängers dieser Gabe wirkt.
Wir
können anderseits nicht zustimmen, wenn nur Menschen mit einer „zweiten
Erfahrung“ als wahre Gläubige anerkannt werden. Auch haben wir nicht das Recht,
Gottes Kindern den HEILIGEN GEIST abzusprechen, insbesondere dann, wenn in
ihrem Leben deutlich die Frucht des GEISTES, Liebe zum HERRN und den Heiligen,
Sehnsucht nach Gemeinschaft mit dem HERRN zu erkennen sind – nur weil sie
keinen bestimmten Zeitpunkt ihrer „Geistestaufe“ angeben können.
Geistesgaben
Wir
glauben, daß es auch heute Geistesgaben gibt.
Wir
glauben, daß alle Gaben von 1. Kor.12 auch heute in der Gemeinde des HERRN JESU
vorhanden sein sollen.
Es
gibt auch heute noch das „Wort der Weisheit“,
es
gibt auch heute noch das „Wort der Erkenntnis“,
es
gibt auch heute noch “Gnadengaben der Heilungen“,
es
gibt auch heute noch „Wunderwirkungen“,
es
gibt auch heute noch „Prophezeiung“,
es
gibt auch heute noch „Unterscheidung von Geistern“,
es
gibt auch heute noch „Arten von Zungenreden“,
es gibt auch heute noch „Auslegung von Zungenreden“.
Wir
glauben weiter, daß auch in Römer 12 und an anderen Orten genannten Gnadengaben
noch existieren.
Wir
erkennen in der Anweisung von 1. Kor.14,1 ein Gebot des HERRN. In 1.Kor.1,4-7,
in 1.Kor.14,39 u.a.m.
sehen wir zugleich entsprechende Verheißungen.
Wir
glauben, daß der HERR diese „Wirkungen“ zum „Nutzen der Gemeinde“ und des
Einzelnen gibt. Wir glauben, daß besonders die Gabe der Weissagung zur
Auferbauung der Gemeinde unentbehrlich ist (vergl. 1.Kor.14).
Diese
Gabe hat es vor allem mit dem Entdecken des „Verborgenen des Herzens“ (1.Kor.14,25), dem Aufdecken von Sünde, irrigen
Vorstellungen und Gedanken, Widerstreben des Herzens..., aber auch mit
„Tröstung“ (1.Kor.14, 3) zu tun. Wir sollen danach „eifern“.
Das
Reden in Sprachen geschieht zur Hauptsache zur Selbstauferbauung (1.Kor.14,4). Es ist ein Beten, Lobsingen, Preisen
und Danksagen im Geist (vergl. 1.Kor.14,14-16). Es ist wichtig und gut (Verse
5+18). Für die Gemeinde
aber und während der Gemeindeversammlung ist es eher hinderlich als nützlich,
es sei denn, daß es ausgelegt werde (Vers 28).
Heilungen schenkt der HERR als das Wort
bestätigendes, „mitfolgendes Zeichen“ (Markus 16, 17+20), durch den Dienst der Ältesten (Jak.5,14ff) und als freies Geschehen während der
Gemeindezusammenkunft nach 1.Kor.12, 9, „wie ER will“ (Vers
11).
Die
endgültige Heilung erfahren wir in der Herrlichkeit. Hier bleibt unser Leib ein
„irdenes Gefäß“ (2.Kor.4,7). Wir dürfen aber vertrauen, daß der HERR auch hier für
eine gewisse Zeit Linderung, Besserung und auch Heilung schenkt, damit wir IHM
besser dienen und mehr Frucht bringen können.
Wir
glauben, daß der HERR alles das schenken will, wenn wir danach „eifern“. Es
geht allerdings nicht darum, daß Menschen als „Gabenträger“ gefeiert werden.
Vielmehr sind alle Gaben geleitet durch die Liebe. Ohne Liebe werden vorhandene
Gaben nutzlos (1.Kor.13) und das Streben danach Eitelkeit. Zum Dienst, zur Hilfe,
zur notwendigen Auferbauung der Gemeinde sollen gehorsame Christen um die
Gaben „eifern“.
Wir
glauben, daß dieses Eifern den Glauben an die Bereitschaft GOTTES voraussetzt,
die Gnadengaben zu geben. Weiter schließt dieses „Eifern“ das ganze Leben des
Gläubigen ein. Es muß klar bleiben, daß der „Hausherr“ Gefäße „zur Ehre“ sucht (2.Tim.2,10-21). Wenn wir nicht „im GEISTE wandeln“ (Gal.5,
16+25), können wir auch
nicht das Wirken des GEISTES durch uns erwarten.
Hier ist die Liebe (s.o.) Veranlassung zum Streben nach
praktischer Heilung.
Wir
verwerfen einerseits jede Lehre, die da sagt, seitdem der Kanon der Schrift
abgeschlossen sei, gäbe es keine Geistesgaben mehr. (Dazu verweisen wir auf die
entsprechenden Darstellungen in „FUNDAMENTUM 4/82“). Wir verwerfen die Ansicht,
daß alle Weissagung, alles Sprachenreden u.s.w. hier und heute vom Teufel sei
(Berliner Erklärung, Stellungnahme zur „Charismatischen Bewegung“,
Informationsbrief der „Bekenntnisbewegung“ Nr. 97), als gegen die Aussagen der
Heiligen Schrift und als unzulässiges Aburteilen ungezählter Auserwählter
Gottes (Rö. 8, 33+34).
Wir können anderseits die Lehre nicht anerkennen, die
besagt, daß das Fehlen bestimmter „Gaben“ (Zungenrede, Weissagung) zeige, dass
die betreffende Person den HEILIGEN GEIST (noch) nicht empfangen hat.
Glauben
Wir
glauben, daß GOTT unsere Gebete erhört. Wir wissen, daß im Neuen Testament
viele Aufforderungen zum Bitten zu finden sind, und daß bei jeder dieser
Aufforderungen zugleich auch die Verheißung der Erhörung beigefügt ist
(„Bittet, und ihr werdet empfangen“). Wir bekennen uns zu einem großen, allmächtigen
GOTT. ER kann helfen und ER will helfen.
Allerdings
kann nicht übersehen werden, daß die Verheißung der Erhörung immer an die
Erfüllung von Bedingungen gebunden ist. („Wenn ihr in mir bleibt und meine
Worte in euch bleiben“, (Joh.15,7); „in meinem Namen“, (Joh.14,13); „nach Seinem Willen“ (1.Joh.
5,14). Eine Bedingung
gilt immer: Glauben.
Glaube
ist immer Glaube an GOTT (Mark.11,22). Glauben setzt Hören voraus. Ich
glaube, was GOTT mir sagen läßt, ich glaube, was GOTT mir sagt (Rö.10,17). Ich glaube, daß sichtbar wird, was
in der unsichtbaren Welt durch das Wort GOTTES bereits Wirklichkeit geworden
ist (vergl. Hebr.11,1-3).
Der
HERR JESUS tat nur, was ER den Vater tun sah (Joh. 5,19).
Glauben
setzt Hören auf GOTT, Sehen auf das Unsichtbare, voraus (2.Kor.4,18).
Diese Einsicht wird unser Gebetsleben vom bloßen „Höre,
HERR, Dein Knecht redet!“ (vergl. 1.Sam.3,9), auf ein Verweilen in der Gegenwart GOTTES
hin verändern, auf ein Hören und Sehen auf IHN umstellen.
Weil Glaube auf die Person GOTTES gerichtet ist, kommt es
darauf an, daß uns der HEILIGE GEIST unseren GOTT, den VATER, und unseren HERRN
JESUS CHRISTUS groß machen kann. Je mehr IHM das gelingt, um so einfacher ist
unser Glaube. (Wir brauchen nicht einen großen Glauben, sondern Glauben an
einen großen GOTT. Ein großer Glaube an ein morsches Brett, das als Steg über
einem Bach liegt, kann uns einen großen Reinfall bescheren. Wie
selbstverständlich vertrauen wir uns doch einer stabilen Brücke an!)
Wir
haben einen großen, gütigen, starken GOTT!
Glaube
ist Werk des HEILIGEN GEISTES. Es gibt auch eine besondere Gabe des Glaubens (1.Kor.12,9
und Römer 12,3) für
besondere Dienste uns Situationen. In diesem Zusammenhang wird von
verschiedenem „Maß an Glauben“ gesprochen, weil ja Aufgaben und Umstände unterschiedlich
sind.
Judas 3, Eph.4,13
u.a. meinen mit dem
Begriff „Glauben“ die Glaubensinhalte, das, was ein Christ gemäß der Heiligen
Schrift glaubt.
Wir
meinen, daß ein Christ nicht alles um sich her und mit sich geschehen lassen
sollte, weil ja sowieso alles vorherbestimmt sei. Es ist nicht alles „Kreuz“,
was uns an Schwierigkeiten und Nöten begegnet. Der HERR will, daß wir
widerstehen. „Land einnehmen“ (Jos.1) und „im Leben herrschen“ (Rö.5,17).
Andererseits
hüten wir uns davor, von unserem Glauben etwas zu erwarten. Wir glauben an
GOTT und nicht an unseren Glauben. Wir haben keine Möglichkeit den Glauben
„zu vermehren“ (Lk.17,5). Sich etwas einreden, „positives Bekennen“ spielt zwar
in weltlicher Therapie und Psychologie eine bedeutende Rolle, darf aber nicht
mit biblischem Glauben verwechselt werden. Unsere Augen sind auf den GOTT
gerichtet, von dem unsere Hilfe kommt.
Wir
können nichts „ins Dasein“ sprechen. Beachte dazu die Aussagen des HERRN JESU z.B,.
in Joh. 5,19; 5,30; 8,28 ;
14,10; 4,34; 6, 38.
In
der Sprache des Neuen Testamentes werden die deutschen Begriffen „Glaube“ und
„Treue“ durch ein und dasselbe Wort ausgedrückt. Wenn wir also in unserer
Übersetzung das Wort „Glaube“ lesen, dann deshalb, weil sich die Übersetzer
gemäß ihrer Einschätzung der Textaussage dafür entschieden haben. Sie hätten
aber auch „Treue“ schreiben können (und umgekehrt). Glaube ist mehr als „für
wahr halten“: Er ist Ausdruck einer (Liebes)beziehung zu DEM, an DEN wir glauben.
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