Freitag, 10. September 2010
 
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Der HERR hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.
Wir können's nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.
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Eine Hinführung zur neutestamentlichen Lehre von der Gemeinde

Hans-Peter Grabe

3. überarbeitete Auflage 2004

Als diese Schrift Anfang der 80er Jahre herauskam, war das Interesse an dem behandelten Gegenstand nicht sehr groß. Kirchen und Freikirchen hatten ihre Ekklesiologien (Ekklesiologie = die Lehre von der Gemeinde). Damit war ihre Gemeindeform und die Praxis ihres Gottesdienstes ausreichend gerechtfertigt. Inzwischen ist manches geschehen. Die ökumenische Bewegung sucht mehr und mehr über die christlichen Kirchen hinaus Kontakte zu anderen Religionen, die Abkehr von der Autorität des Wortes GOTTES nimmt zu, ebenso die Verweltlichung christlicher Kreise. Viele Gläubige verlassen ihre Gemeinden, andere fragen sich, wie lange sie der Entwicklung noch zusehen können. ohne Konsequenzen ziehen zu müssen. Da ist die Frage nach dem biblischen Muster, nach der neutestamnetlichen Gemeinde außerordentlich aktuell. Nachdem man so lange einen falschen Weg mitgegangen ist, möchte man es jetzt ganz richtig machen. Man sucht die "biblische Gemeinde".

Dabei weiß jeder, dass es auf dieser Erde die ideale Gemeinde nicht gibt. Wichtig ist, dass wir die göttlichen Grundsätze kennen, GOTTES Bauplan für Sein Haus. Wichtig ist, dass wir bereit sind, mitzuhelfen, dass das Haus GOTTES kompromißlos nach diesen Grundsätzen gebaut wird. Zu beidem soll diese kleine Schrift dienen, die wir jetzt überarbeitet haben und neu herausgeben.

Loga, Januar 2004  

Ekklesia

Im Sprachgebrauch der Antike bezeichnete das Wort, das unsere Bibelausgaben meistens mit „Gemeinde“ übersetzen, die Vollversammlung der rechtsfähigen Vollbürger der Stadt (polis). Jeder, der das volle Bürgerrecht besaß, durfte an der Versammlung teilnehmen, nicht aber der „Fremdling und (der) ohne Bürgerrecht“ war (Eph.2,19). Eine solche Bürgerversammlung wird uns in Apg. 19,29-40 beschrieben.
Wörtlich übersetzt bedeutet das meistens mit „Gemeinde“ wiedergegebene Wort „ekklesia“ die „Herausgerufene“.
Auch wir gehören zu denen, die „Bürgerrecht“ haben - nicht unbedingt in einer Stadt oder einem Staat dieser Welt, sondern „in den Himmeln“. Wir sind Herausgerufene und haben das Recht, zur Gemeinde GOTTES zu gehören (Eph.2,19; Phil.3,20*; 1.Tim.3,15).

Dabei ist zu beachten, dass  man zur „ekklesia“ gehört, indem man berechtigt  ist, an den Versammlungen teilzunehmen. Nicht die Verwirklichung der Teilnahme an den Zusammenkünften macht jemanden zum Glied der „Gemeinde“, sondern die Berechtigung dazu. Man kann z. B. durch Krankheit verhindert sein, an den Versammlungen teilzunehmen, gehört aber trotzdem dazu, wenn man grundsätzlich das Recht zur Teilnahme besitzt. Daraus folgt, dass man allezeit, und nicht nur während der Versammlungszeiten entweder Bürgerrecht besitzt oder nicht, entweder zur Gemeinde gehört oder nicht.
Die Gemeinde ist bestimmten Regeln und Mustern unterworfen, die sich nach dem bisher Gesagten nicht nur auf die Zusammenkünfte beschränken, sondern das ganze Leben derer bestimmen, die zu ihr gehören (1.Tim. 3,15). Der HERR der Gemeinde Selbst hat entsprechende Anweisungen erlassen. ER hat – davon wird noch zu reden sein – für den Aufbau und den Fortbestand auch die notwendigen Gaben und Dienste gegeben (Eph. 4,11).
* Luther übersetzt: „Unser Wandel ist im Himmel“; wörtlich heißt es: „Unsere politeuma ( = Bürgerrecht, Bürgertum, Heimat) ist in den Himmeln".                                                                                          
Diese Schrift nimmt nicht für sich in Anspruch, alles Wesentliche über die Gemeinde auszusagen. Auch meinen wir nicht, in allen Punkten recht zu haben: GOTTES Wort allein hat recht. Die vorliegende Arbeit möchte lediglich dazu anregen, das Wort der Heiligen Schrift zu erforschen, um den kostbaren Gegenstand besser verstehen und lieben zu lernen: die Gemeinde des lebendigen GOTTES.
Der HERR JESUS segne Sie!


Wer gehört dazu?

Zur Gemeinde gehören alle, die „das Recht haben, Kinder GOTTES zu sein“ (Joh.1,12). Die sind „durch „einen GEIST alle zu einem Leib getauft“ worden (1. Kor.12,13). „Leib“, „Leib CHRISTI“ ist eine der vielen Bezeichnungen der „Gemeinde“ im Neuen Testament (Kol.1,18; Eph.1,22-23; 1.Kor.12,13ff. u.a.). Eine andere Bezeichnung für „Gemeinde“ ist „Haus GOTTES“ (1.Tim.3,15;  1.Petr. 4,17, Hebr.10,21 u.a.). Hier will GOTT Selbst wohnen (vgl. auch Off.21,1-14!).

Wenn zur „Gemeinde“ alle diejenigen gehören, die durch die Gotteskindschaft das „Bürgerrecht“ haben, dann versteht es sich von selbst, dass es sich um eine weltweite und zeitüberspannende Körperschaft handelt. Alle „Heiligen“ seit den Tagen der Apostel, als die Gemeinde gegründet wurde, bis zu dem Tage, an dem der HERR kommt, um die Heiligen zu Sich in Seine Herrlichkeit zu holen, gehören dazu, wo immer sie gelebt haben, leben oder leben werden.

Man kommt zur Gemeinde, indem man „hinzugetan“ wird (Apg.2,47), auf dem Wege, den das Wort GOTTES weist: Joh.3,5; Apg.2,38-41; Apg.5,14; 2.Kor.5,18-21.


Warum „Gemeinde“?

Fragen wir zunächst einmal anders: Warum hat GOTT „im Anfang“ Himmel und Erde geschaffen? Worum ging es, als ER Sein „Es werde“ sprach? Die Antwort klingt vielleicht für manchen überraschend: Es ging von Anbeginn um nichts weniger als die Gemeinde.
Die Gemeinde ist für den SOHN. Im Herzen des VATERS war es, sie dem SOHN zuzuführen. Und dieser sah sie, die Gemeinde, vor Sich, als ER Sich bereit fand, den Weg hinab in die Finsternis der Welt, hinauf nach Jerusalem an das Kreuz zu gehen (Heb.12,2b).
ER sieht sie heute als die Leidende, Unvollkommene, oftmals Untreue. ER sieht aber auch ihr himmlisches Gegenbild – das ist das vollkommene himmlische Jerusalem mit all seiner Lichtherrlichkeit, das ebenso wie die Gemeinde, die noch unterwegs ist, aufgebaut ist auf der Grundlage der Apostel (Eph.2,20).
ER sieht ihre strahlende Schönheit, ER sieht sie, die Gemeinde, die Braut, das Weib, und ER weiß, dass die „kleine Herde“ (Luk.12,32), der man jetzt freilich das noch nicht ansieht, einmal mit diesem himmlischen Urbild völlig übereinstimmen wird. (Das ist „der Glaube JESU“ von dem die Schrift an verschiedenen Stellen spricht – Galater 2,20  wörtl., Jak. 2,1; Rö.3,22+26).
Angesichts dieses Sachverhaltes verstehen wir manche Aussagen der Schrift über die Gemeinde besser:

1.
Epheser 5,25 sagt uns, dass CHRISTUS die Gemeinde geliebt und Sich Selbst für sie dahingegeben hat.
War es nicht so, dass es zu der Zeit, als der ewige Ratschluss gefasst wurde (Hebr.10,5ff.), die Gemeinde auf Erden noch gar nicht gab, ja selbst, als der HERR JESUS an das Kreuz ging, war die Gemeinde noch nicht. Aber ER sah ihr Bild, das herrliche, ohne jede „Flecken oder Runzel“.

2.
Die Gemeinde ist nur von CHRISTUS her zu verstehen. Ohne den Zweck „für IHN“ gäbe es keine Gemeinde. Im Bilde des „Leibes“ beschreibt das Wort diese Tatsache mit der Feststellung, dass CHRISTUS das Haupt der Gemeinde ist (Kol.1,15ff.; Eph.4,15-16). (Vgl. auch Rö. 11,36: Kol.1,16; Hebr.2,10!).

3.
Weil die Gemeinde vom VATER her für den SOHN „vor Grundlegung der Welt“ auserwählt war (Eph.1,4), ist sie jetzt dem SOHN zu- und untergeordnet. Epheser 5 zeigt das in dem Verhältnis Mann – Frau in der Ehe auf.

4.
In dem selben Bild wird aber auch deutlich, dass CHRISTUS es ist, der alles tut, um die Gemeinde zu segnen:
a. ER ist das Haupt der Gemeinde (Eph.5,23),
b. ER ist ihr Heiland (23),
c. ER gab Sich Selbst für sie (25),
d. ER heiligte sie (26),
e. ER reinigte sie durch das Wasserbad im Wort (26),
f. ER stellte Sich Selbst die Gemeinde vor Augen, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern daß sie heilig und tadellos sei (27; vgl. Titus 2,14),
g. ER nährt sie (29),
h. ER pflegt sie (29),
i. die Gemeinde ist Teil von CHRISTUS (30-31),
j. die Gemeinde ist eins mit CHRISTUS (30-31).

5.
Bevor der SOHN die Gemeinde vom VATER empfing, hat ER sie für den VATER „erkauft“ (Off. 5,9). Der Preis dafür war Sein Blut (1- Petr.1,18-19; Off.1, 5-6). Die Gemeinde ist „Gemeinde in GOTT, dem VATER“ (wörtl.1. Thess.1,1), sie ist von dem SOHN für den VATER erkauft in dem Wissen, dass Dieser sie IHM übergeben würde. So ist die Gemeinde nicht nur Gemeinde JESU CHRISTI, sie ist ebenso Gemeinde GOTTES, des VATERS (vgl. Gal.1,22; Rö.16,5 mit 2. Kor.1,1, Gal.1,13 u.a.!). Der lebendige GOTT ist „Hausvater der Gemeinde“, der Familie GOTTES (1.Tim.3,15). So, wie eine Familie durch den Vater konstituiert ist (ohne Vater gibt es keine Familie), so ist die Gemeinde erst „in GOTT“ (s.o.!) konstituiert. Jedes einzelne Familienglied darf sich als Kind GOTTES auch als Kind in der Familie GOTTES wissen.

6.
So hat der VATER das Beste, was ER hatte, der Gemeinde gegeben: die Kraft, die CHRISTUS aus den Toten auferweckt hat, ist in ihr wirksam (Eph.1,19-20), der HEILIGE GEIST wohnt und wirkt in ihr. CHRISTUS, der das Haupt über alles ist, über alle Mächte und Gewalten der jenseitigen Welt, dem alles unter Seine Füße getan ist – ER ist der Gemeinde gegeben worden von dem VATER, damit sie das sei, was sie sein soll, und das werde, was sie werden soll.

7.
Damit die sichtbare Gemeinde das Bild des „himmlischen Jerusalem“ erreicht, hat GOTT sie - wie auch jeden einzelnen Christen – in Seine Zucht genommen. 

8.
So wie Adam ohne Eva nicht vollkommen war, so wollte auch der CHRISTUS nicht ohne die Gemeinde vollkommen sein (1.Mose1,27; Eph.5,30-32). So ist die Gemeinde „die Fülle dessen“ geworden, „der alles in allem erfüllt“ (Eph.1,23). „Der alles in allem erfüllt“ ist CHRISTUS (Eph.4,10). „Fülle“ – dieses Wort bedeutet: das, was etwas vollständig macht, was das noch Fehlende auffüllt. Die Gemeinde füllt aus, was dem Sohn aus liebender, freiwilliger Selbstbeschränkung noch fehlte.
Das ist die Gemeinde, die ER Sich selbst “verherrlicht darstellt“, dessen himmlisches Bild ER vor Augen hatte und vor Augen hat. Und auch wir sollen anschauen, wozu wir berufen worden sind. Und wenn wir dann an uns selbst und an dem Sichtbaren zu verzweifeln drohen, dann müssen wir den anschauen, der es übernommen hat, das Angefangene auch zu vollenden. ER ist gut dafür!
9.
Weder die Propheten des Alten Bundes noch die Engel GOTTES kannten das „große Geheimnis“ (Eph.5, 32). Die Weisheit GOTTES, die hinter so vielem scheinbaren Scheitern steckt, wird den Engeln durch die Gemeinde kundgetan, indem sie sehen, wie GOTT das himmlische Urbild im Sichtbaren der Gemeinde verwirklicht. (vergl. Eph.3.10; 1. Petr.1,10-12). “O Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unausforschlich sind seine Gerichte und unausspürbar sind seine Wege“....Denn von ihm und durch ihn sind alle Dinge! Ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.“ (Römer 11, 33ff.)

Gemeinde - konkret

Wir sagten, das jeder, der das Bürgerrecht des Reiches GOTTES besitzt, damit zur “ekklesia“, zur Gemeinde, Versammlung, Kirche (verschiedene Bezeichnungen derselben Sache) gehört. Daraus wird klar, dass diese zeit- und raumumspannend ist. Aber sie soll auch sichtbar werden. Und das wird sie auf der Basis von heute und hier. Das bedeutet: Alle “Bürger“, die jetzt hier leben, gehören zur Gemeinde an diesem Ort.
In den letzten Jahren ist viel über “Ortsgemeinde“ geschrieben worden. Es ist eine Frage, ob mit “Ort“ (1. Kor. 1,2) die Stadt, die politische Gemeinde gemeint ist, oder ob auch kleinere oder größere Einheiten damit gemeint sein können. Eines jedenfalls ist nach der Schrift klar: Es gibt keine Abgrenzung zwischen Gemeinde und Gemeinde außer dem Ort, an dem sie sich versammelt. Die Schrift erkennt weder die Sammlung um besondere Personen an (1. Kor. 3, 4-5), noch duldet sie die Abgrenzung wegen irgendwelcher Erkenntnisse (Eph.4, 13; Phil. 3, 15-16 u.a.). Auch “historisch gewachsene Strukturen“ sind kein Grund zur Absonderung von anderen Heiligen (statt dessen:1. Joh.1,1-3). Es gibt - nach der Bibel - wirklich nur die eine Gemeinde,  die sich zwar an verschiedenen Orten versammelt, dennoch aber nur eine ist. Denominationen, Konfessionen, hierarchische Strukturen sucht man in der Schrift vergeblich. Jede Gemeinde konstituiert und versammelt sich auf der Grundlage der einen Gemeinde, der einen, die GOTTES Wort meint, wenn es heißt, dass CHRISTUS die Gemeinde geliebt und Sich Selbst für sie dahingegeben hat.
Im Folgenden geht es jetzt um die konkrete Gemeinde, die Heiligen, die sich - wie gesagt - auf der Grundlage der einen Gemeinde an einem bestimmten Ort versammeln.

Wenn wir die “ekklesia“ als die “Vollversammlung“ der Heiligen ansehen, dann ist es klar, dass sie eine außerordentlich gesegnete, begnadete und autorisierte Körperschaft ist - mit keiner weltlichen Institution zu vergleichen. Sie hat niemanden über sich als nur den HERRN. Sie wird geleitet von dem Haupt durch den HEILIGEN GEIST. Das gilt nicht nur für die Zusammenkünfte, sondern das gilt darüber hinaus auch für Gemeinde im Alltag, in der räumlichen Zerstreuung an den verschiedensten Orten, an denen sich die Heiligen jeweils aufhalten mögen. Wir sind nur “Christen“ im Zusammenhang mit der Gemeinde, d. h. einmal: Wo immer wir sind, sind wir Glieder der Gemeinde, was immer wir tun, sagen..., tun, sagen... wir als Glieder der Gemeinde. Das heißt aber auch: Unser geistliches Leben, das Wirken GOTTES an uns persönlich, unsere geistlichen Entscheidungen u.s.w., alles geschieht in Hinblick auf die Gemeinde. und nichts von alledem geht spurlos an der Gemeinde vorbei. sondern findet dort ihren wesentlichen Niederschlag.
Der HERR der Gemeinde hat gewisse Bereiche Seiner Autorität an Menschen übertragen.

Wir sprechen zunächst über Älteste. Diese werden in Apg.14,23 zuerst erwähnt. GOTTES Wort sagt uns, dass eine Gemeinde ohne Älteste unvollständig ist (Titus 1,5 sagt nach der “Konkordanten Übersetzung“: Mithin ließ ich dich in Kreta, dass du das noch Fehlende solltest berichtigen und Älteste einsetzen von Stadt zu Stadt, wie ich es dir anordne...).


Älteste werden auch “Hirten“, „Aufseher“. “die, „welche vorstehen“, „Führer“ genannt (Apg.20,17 +28; 1.Petr. 5, 1-2; Hebr.13,7; 1.Tim.5,17; 1.Thess.5,12). Sie haben folgende Aufgaben:

•    Sie haben acht auf die Herde (Apg.20,28),
•    sie hüten die Gemeinde (Apg.20,28),
•    sie sind wachsam (Apg.20,31),
•    sie arbeiten unter den Gemeindegliedern (1.Thess. 5,12),
•    sie stehen ihnen vor (1.Thess. 5,12),
•    sie weisen sie zurecht (1.Thess. 5, 12),
•    sie sorgen für die Gemeinde GOTTES (1.Tim. 3,5).
•    sie sind fähig zu lehren (Titus 1,9),
•    sie können Widersprechende überführen (Titus 1,9),
•    sie wachen über die Seelen der Gemeinde (Hebr. 13,17),
•    sie werden Vorbilder der Herde (1.Petr.5,3).

Ihrem Aufgabenbereich entsprechend ist ihre Vollmacht.

Dass die Ältesten einer besonderen Qualifikation bedürfen, steht außer Frage. 1.Tim.3,1ff und Titus 1,5ff beschreiben die Voraussetzungen für den Ältestendienst.
Die biblische Ordnung lässt keinen Raum für verschiedene Ämter und Würden, die von menschlichem Zweckmäßigkeitsdenken her sicherlich nützlich sein können.
Die aus der kirchlichen Tradition begründeten verschiedenen Rangstufen der “Geistlichen“ im Gegensatz zu den “Laien“ sind dem Wort GOTTES fremd. Allerdings kennt das Neue Testament eine Unterscheidung zwischen “Geistlichen“ und “Fleischlichen“ (1.Kor.3,1 u.a.), auch spricht sie von der Möglichkeit “Unkundiger“, “Laie“ zu sein (1. Kor.14,23). Aber damit sind nicht “kirchliche Amtsträger“, vom höchsten bis zum geringsten angesprochen. Noch einmal: Die Gemeinde wird von den Ältesten gelei¬tet. Die Schrift sieht für die Gemeinden auf die Dauer keine „Ein-Mann-Bedienung“ vor. Allerdings ist im 3. Johannesbrief (Vers 9) von einem Gemeindeleiter die Rede. (lies dort!)
Den Ältesten sind Diakone zugeordnet. Lies Apg.6,1—6; 1. Tim. 3, 8—13!) Diakone sollen für die äußeren Belange der Gemeinde eintreten, insbesondere für die Versorgung bedürftiger Geschwister.


Welche ist die “Urgemeinde“?

Nach der Auferstehung des HERRN JESU und dann nach dem Pfingstfest bildete sich zunächst in Jerusalem eine (sehr große) Gemeinde (Apg.2,47; 4,4; 6,1-7; 8,1). Diese Gemeinde versammelte sich “hin und her in den Häusern“ (Apg.2,46). Sie blieb beständig in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten. Nach den im Anfang von Apg.6 angedeuteten Vorkommnissen hatte die Gemeinde Diakone. Das Ältestenamt wurde zunächst von den Aposteln wahrgenommen. Gleichzeitig aber wurden die “Ältesten“ von Israel als solche noch anerkannt. So eifersuchtserregend auch die Berichte der ersten Kapitel der Apostelgeschichte sein mögen - die Jerusalemer Gemeinde entsprach noch nicht dem Bild, welches das Neue Testament vorgibt. Auch die durch die Verfolgung von Kapitel 8 entstehenden Gemeinden in Judäa und Samaria sind noch nicht auf der Höhe der biblischen Vorstellungen. Mit der Berufung Saulus‘ zum “Heidenapostel“ (Apg.22,21; Gal.1,16; Gal.2,2; Röm.11,13) und dem Auftrag Petrus‘, dem Römer Cornelius das Evangelium zu verkündigen, wurde eine weite Tür geöffnet. In Antiochien wurden die Heiligen zuerst “Christen“ genannt (Apg.11,26). Die neu entstehenden Gemeinden erhielten nach einer gewissen Zeit Älteste (Apg. 14,23). Der Apostel Paulus war dazu bestimmt, das Geheimnis von der Gemeinde “kundzutun“ (Eph.3, 1- 12). Wenn wir unter dem Begriff “Urgemeinde“ die erste Gemeinde verstehen wollen, dann finden wir sie in Apg.2-6 beschrieben. Wenn wir die “neutestamentliche“ Gemeinde kennenlernen wollen, müssen wir die Paulus - Briefe studieren.


Versammlungen der Gemeinde

Die Gemeinde des Neuen Testaments kam zu verschiedenen Zwecken zusammen. In Apg.4, Apg.12 u. a. lesen wir, dass sie zum Beten versammelt war. Die Heiligen beteten „einmütig“ (Apg.4,24), und es „bewegte sich die Stätte, da sie versammelt waren: und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt....“ (31). Sie beteten anhaltend“, “inbrünstig“ (Apg.12,5), und Petrus wurde befreit. Apostelgeschichte 20,7-12 wird uns eine Lehrveranstaltung mit „Brotbrechen“ geschildert. Diese dauerte von abends bis zum Anbruch des Tages. (Paulus hatte jedenfalls etwas zu sagen, und die Gemeinde war “hungrig“.)
Es gab weitere Anlässe, zu denen sich die Gemeinde versammelte: um Missionsberichte zu hören (Apg.15,4; 14,27), um das Liebesmahl zu feiern (Jud.1,12).
Die wichtigste Versammlung der Gemeinde ist jedoch das Zusammenkommen “en ekklesia“ (1. Kor.11,18). (“en ekklesia“ „in“ Gemeinde, als Gemeinde, zur Gemeinde). 1. Kor.11 bis 1.Kor.14 lehren über diesen Gegenstand. Auch das bekannte 13. Kapitel gehört sinngemäß in diesen Zusammenhang. (Die Liebe wird in Kap.12,31 als die einzig der unvergleichlichen Erhabenheit des christlichen Zusammenkommens angemessene Haltung hervorgehoben: “Und einen Weg gemäß dem Übermaß, dem Überragenden, dem Außergewöhnlichen, will ich euch zeigen“ (wörtlich übersetzt Vers 31b).)
In den Rahmen der Gemeindeversammlung gemäß 1.Kor.11-14 gehört des HERRN Mahl. Es hat den Anschein, als sei eine Versammlung “en ekklesia“ ohne des HERRN Mahl (Abendmahl, Brotbrechen) gar nicht denkbar.
Weiter ist hier ein weites Feld für die Wirkungen der „Gnadengaben“, Wirkungen des GEISTES in der Gemeinde, wie sie uns in Kapitel 12,4-11 dargestellt werden. Alle diese Gaben sind da und werden von den vielen “Gliedern des Leibes“ betätigt. Auf der einen Seite hat der HERR einigen Heiligen besondere Gaben anvertrauen können (z. B. Prophetendienst, Lehre, Leitung...),

anderseits sorgt das Wort dafür, dass auch das „Mangelhaftere“ nicht zurückgestellt wird, sondern dass es zur Entfaltung kommen kann (12,21-25 + 14,29-31). “Ein jeder“ bekommt etwas vom HERRN, was er/sie einbringen kann, damit die Gemeinde erbaut werde. (14,12+26).

Schließlich ist in der Gemeindeversammlung auch der Ort für Zurechtweisung, Ermahnung und Vergebung untereinander. Alles geschieht nicht in Unordnung, sondern im Frieden. Weil ja die Liebe GOTTES über allem waltet, werden „alle lernen und alle getröstet werden“ (1.Kor.14, 31).
Die Bibel weist uns an, “wie man sich verhalten soll im Hause GOTTES“ (1.Tim.3.15), insbesondere in den Versammlungen der Gemeinde. In Übereinstimmung mit dem Wort der Schrift möchte der HEILIGE GEIST leiten, raten, helfen.

Die Gemeindeversammlung ist – wie gesagt – für die Glieder der Gemeinde da. Was geschieht nun, wenn ein “Unkundiger oder Ungläubiger“ in eine solche Gemeindeversammlung hineingerät? 1.Kor.14,23-25 sagt uns, dass, wenn die Gemeindeversammlung in der rechten Haltung gefeiert wird, ein „zufällig“ anwesender „Ungläubiger oder Unkundiger“ die Gegenwart des HERRN erlebt und Buße tut.

Ein Bruder machte uns auf den Bericht von 1.Samuel 17 aufmerksam, wo uns erzählt wird, wie Isai seinen Sohn David von seiner tagtäglichen Arbeit wegruft, ihm geröstete Körner, Brote, Milchkäse auf lädt und ihn zu seinen Brüdern schickt, um sie zu stärken. Genauso - so sagte der Bruder - sendet auch uns der VATER in die Gemeindeversammlung, um die Brüder zu stärken.
In dem Sinne kann man die Aufforderungen: „So strebt danach, dass ihr überströmend seid zur Auferbauung der Gemeinde“ (1.Kor.14,12b) und  “eifert aber nach den geistlichen Gaben“ (1.Kor.14,1), verstehen als: „Bittet Vater, dass ER Euch gebe; reinigt euch, dass ER euch geben kann!“


Die Aufgabe der Gemeinde


Welches ist die Aufgabe der Gemeinde?
Vielleicht meinen Sie, die Frage sei falsch gestellt, insofern, als die Gemeinde doch viele Aufgaben hätte: Weltmission, Evangelisation des eigenen Umfeldes, Drogenrehabilitation, Alten- und Krankenbetreuung, Radio- und Fernsehambitionen... .
Welches ist die Aufgabe der Gemeinde?
Am Beginn unserer Betrachtung sahen wir, dass die Gemeinde der Gegenstand der Liebe unseres GOTTES ist, das Geschenk des VATERS an den SOHN und des SOHNES an den VATER. Sie ist „die Braut, das Weib des Lammes“ (Off.21.9). Für sie hat der SOHN Sich Selbst in den Tod gegeben (Eph.5,25), indem ER ihre Schönheit ansah (Hohel.1,15; Psalm 45,11-12).
Bleiben wir bei dem Bild der Braut: Welche Aufgabe hat die Braut im Verhältnis zu ihrem Bräutigam?
Ist es ihre Aufgabe, ihm die Schuhe zu putzen, das Auto zu waschen, muss sie für ihn und für seinen Namen werben?
Frage den Bräutigam: “Was verlangst du von deiner Braut?“ - und er wird dir antworten: „Mich verlangt nicht nach irgend etwas, was sie tut - mich verlangt nach ihr selbst“. So sieht es auch die Braut im Hohenlied. Endlich, nachdem ER sie manche Lektion musste lernen lassen, ruft sie aus: „Ich bin meines Geliebten, und nach mir ist sein Verlangen!“ Die Aufgabe der Braut ist es, zu sein, Braut zu sein, IHN zu lieben, sich IHM zu öffnen, Zeit für IHN zu haben, zu Seinen Füßen zu sitzen, wie Maria es tat (Lk.10,38-42), ihr Nardefläschchen zu zerbrechen für IHN (Markus 14,3-4). Epheser 1,12 heißt es: „damit wir seien zum Preise der Herrlichkeit seiner Gnade.“
Schön sein für IHN - das ist ihre Aufgabe.
Vergessen wir bitte nicht: Es geht hier nicht darum, dass der Einzelne „schön“ ist; es geht um die Gemeinde. Es geht überhaupt nicht so sehr um den Einzelnen; es geht nicht so sehr um mich, wie ich oft meine. Gewiss, „Erweckung fängt bei mir selbst an!“, diesen Satz haben wir oft gehört, und er ist auch wahr. Aber Erweckung hört weder bei mir auf, noch ist Erweckung für mich allein da. Mein geistliches Wachstum, meine Heiligung, meine Hingabe an den HERRN - alles dient nur dazu, dass die Gemeinde schön werde, gesund, dass sie „auferbaut werde“. Das Neue Testament ist voll davon; es möchte uns deutlich machen: Du wirst nicht ohne die anderen vollkommen, du hast eine Aufgabe an und in deiner Gemeinde. Du hast die Lasten, die Nöte der anderen mit auf dich zu nehmen.
Galater 6,1-5 ermahnt uns, „einer des anderen Lasten zu tragen“. Hebräer 10,24 mahnt uns, „aufeinander achtzuhaben, um uns zur Liebe und zu guten Werken anzureizen, indem wir unser Zusammenkommen nicht versäumen..., sondern einander ermuntern...“. Hebr.3,13: „Sondern ermuntert euch jeden Tag, solange es heute heißt“. 1.Thess.5,11: „Deshalb ermahnt einander und erbaut einer den andern, wie ihr auch tut.“

Ein Gleichnis:
Ein Fremdenführer zeigt einer Reisegruppe eine Stadt, sagen wir, in Südamerika. Er führt sie an all die schönen Plätze, weist sie auf die vielen Prachtbauten in der City hin. An allen wird eifrig gebaut, ausgebessert, verschönert. Jeder Hauseigentümer scheint darauf bedacht zu sein, sein eigenes Gebäude auf‘s Beste herauszuputzen. Dadurch macht die Stadt natürlich einen ansprechenden Eindruck. Ein Teilnehmer der Reisegruppe macht sich selbständig und sucht die Stadtrandgebiete auf. Was muss er da sehen?
Wissen Sie, was Slums sind? Das sind Wohnviertel, in denen die Armen hausen. In vielen Städten der sogenannten 3. Welt findet man sie: große Areale, angefüllt mit Hunderten, Tausenden von Elendshütten - aufs Notdürftigste zusammengefügt aus den unmöglichsten Materialien.
Die ganze Stadt ist nicht gut, wenn solche “Slums“ existieren. Da können die Prachtstraßen noch so prächtig sein. Vielleicht wäre es viel besser, wenn die schönen Häuser etwas weniger schön wären, und die “Slums“ aufgehoben werden könnten. In der Jerusalemer Gemeinde, so heißt es in Apg.4,34, war niemand bedürftig. Einem jeden wurde ausgeteilt, was er brauchte. Die „Glieder“ sollen “die gleiche Sorge füreinander haben“ (1.Kor,12,25), ja, dem Schwächeren soll mehr Sorgfalt entgegengebracht werden als dem Starken (1.Kor.12,23), “damit Gleichheit entstehe“ (2.Kor. 8,14).
Das kostet Mühe Jakobus ermutigt, solche, die von der Wahrheit abgeirrt sind, zurückzuführen (5,19-20). Johannes fordert auf, für sündigende Brüder zu beten (1.Joh.5,16). Das kostet Mühe. Und es kostet Entsagung. Der HERR JESUS „entäußerte Sich Selbst“ (Phil.2,7)‚ wurde arm um unseretwillen, “damit wir durch seine Armut reich würden“ (2.Kor.8,9). Der Apostel Paulus bekennt: “So wirkt denn der Tod in uns (den Aposteln), das Leben aber in euch“ (2. Kor.4,12), und “Ich will aber sehr gern alles aufwenden und mich aufopfern für eure Seelen“ (2. Kor. 12,15). So müssen wir auch den zunächst etwas dunklen Vers verstehen: “Jetzt freue ich mich in den Leiden für euch und ergänze in meinem Fleisch, was noch aussteht von den Leiden des Christus für seinen Leib, das ist die Gemeinde“ (Kol.1,24).

Kehren wir noch einmal zurück zu dem Bild von der Stadt.
Wie leicht kann in den Slums eine böse Seuche ausbrechen! Natürlich werden zuerst die übrigen Slumbewohner davon infiziert (sie sind ja nicht so widerstandsfähig), bald aber breitet sich die Seuche aus, über die ganze Stadt, über das ganze Land. Wie leicht kann in so einem Slum ein Feuer ausbrechen! Wir müssen daran arbeiten, dass die “Slums“ aus unseren Gemeinden verschwinden! Wir müssen mithelfen, dass sich ein jeder „Bürger der Stadt“ wohlfühlt. Dass alle “Häuser“ schön werden.
Wenn alle “Häuser“ schön sind, dann ist auch die ganze Stadt schön.
Wenn jeder Heilige heilig ist, erfüllt mit dem HEILIGEN GEIST, in der Freude am HERRN wandelt, die dann seine Stärke ist - dann ist die Gemeinde schön – schön, um die Liebe ihres “Bräutigams“ zu erwidern.
Und dann wird sie auch anziehend für diejenigen, die noch “draußen“ sind. Von der himmlischen Stadt, dem Urbild der


Gemeinde, heißt es (Off.21,24): “Und die Völker werden in ihrem Lichte wandeln.“ Die Stadt auf dem Berge kann ja nicht verborgen bleiben (Matth.5,14). Von der Jerusalemer Gemeinde wird uns berichtet, dass sie ständig wuchs, ja, dass der HERR Scharen von Männern und Frauen hinzutat, obwohl die Menschen sich zeitwei¬se sogar “fürchteten“, sich ihnen anzuschließen (Apg.5,13). Sie war anziehend, die Gemeinde des HERRN!

Aber!
Aber muss nicht die Gemeinde eben doch missionieren, sich sozial und politisch engagieren? Wem gilt der “Missionsbefehl“, wenn nicht der Gemeinde?
Ja, wem gilt der “Missionsbefehl“ (Matth.28,18-20) eigentlich? Bitte, seien Sie mir jetzt nicht böse! In Vers 16 steht es: “Die elf Jünger aber...“
Aber steht nicht geschrieben, dass wir Altenheime, Krankenhäuser, christliche Verlage und Rundfunkanstalten einrichten sollen, und vieles andere mehr?
Nun, das steht natürlich nirgends geschrieben - und doch ist es gut, wenn manches von dem Genannten und manches andere von Christen getan wird.
Nur müssen wir richtig verstehen, wer so etwas tun soll. Wir müssen den Unterschied erkennen zwischen


Gemeinde und Werk.

Während die Gemeinde, die “ekklesia en to theo patri“ (in GOTT, dem VATER), die “ekklesia en Christo“ (Gemeinde in CHRISTUS), berufen ist, „schön für den HERRN“ zu sein, hat der HEILIGE GEIST einzelne Glieder der Gemeinde zu besonderem Dienst (oder Werk) berufen. Ein Bericht einer solchen Berufung ist uns in Apg.13,1-3 übermittelt. Immer wieder weist der Apostel darauf hin, dass er seinen Dienst vom HERRN empfangen hat.

Der HERR beruft Christen aus der Gemeinde zu verschiedenen Diensten. ER beruft sie, ein besonderes “Werk“ zu tun. Jeder Dienst ist ein Dienst für den HERRN, ein Werk ist “Werk des HERRN“ (Phil.2,30; 1.Kor.16,10). Aber es ist zugleich auch Dienst und Werk für die Gemeinde. Die berufenen Diener des HERRN sind zugleich auch Diener der Gemeinde (1.Kor.3,5; 1.Kor.4,1; 1.Kor.3,22-23: “alles ist euer, ihr aber seid Christi“.) Die Werke arbeiten immer in die Gemeinde hinein. Sie unterstützen sie, tragen zu ihrem Wachstum bei. Sie sind weder Selbstzweck, noch dienen sie dazu, einen Menschen zu profilieren. Der HERR beruft gewisse Menschen (vergl. Luk.16,10-12!). Sie bekommen einen besonderen Auftrag, den sie dann, meist zunächst im Kleinen, oft im Verborgenen - treu ausführen. Irgendwann mag der Tag kommen, an dem der Dienst ausgeweitet, das Werk vergrößert wird.
Wenn der “Diener“ auch als Glied der Gemeinde dieser zugeordnet und untertan ist, ist er doch bezüglich des “Werkes“ allein dem HERRN verantwortlich. Daraus ergibt sich dann natürlich auch, dass die Gemeinde keine Verantwortung für das Tun und Lassen innerhalb des Werkes zu tragen vermag. (Wenn Paulus und Barnabas von Antiochien ausgesondert“ werden zum Dienst, legen sie der Gemeinde gegenüber nicht Rechenschaft über ihr Tun und Lassen ab, aber sie berichten froh, was der HERR durch sie getan hat (Apg. 14,27). Nirgends lesen wir, dass die Gemeinde in Antiochien den Aposteln etwa Vorschriften gemacht hätte, oder daß die Apostel die Gemeinde um Rat gefragt hätten. Ihr Dienst war unmittelbar dem HERRN unterstellt.

Aber es ist Dienst für den „Leib CHRISTI“. Von der Gemeinde erwartet der HERR nichts als Anbetung GOTTES, Lobpreis, Gebet in Heiligkeit; sie ist ein duftender Wohlgeruch, ein heller Lichtschein in die Finsternis. Sie soll ihre „Selbstauferbauung in Liebe“ (Eph. 4,14-16) betreiben.
Die Werke arbeiten in die Gemeinde hinein. Sie stellen der Gemeinde das zur Verfügung, was sie gerade braucht (Bücher, Verteilschriften, Lehre, den Dienst der Evangelisten, Plätze für Alte und Kranke...). Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und

Lehrer und alle anderen „Werke“ sind vom HERRN der Gemeinde gegeben. Sie sollen den Leib CHRISTI aufbauen, stützen, die einzelnen Gemeinden untereinander verbinden. Sie sollen auch die Heiligen zurüsten “für das Werk des Dienstes“ (Eph.4,12; 2.Tim.2,2), damit sie den Leib CHRISTI aufbauen können (Eph.4,13).
Gemäß der verschiedenen Berufungen gibt es verschiedene “Werke“, verschiedene „Dienste“. Noch einmal: Sie sind für die Gemeinde da, damit diese schön werde für GOTT, fähiger, ihrer Berufung gemäß zu leben. Sie arbeiten überörtlich, sie bekommen ihre Mittel von dem HERRN, der ihnen auch die Dienstanweisung gibt. Mit dem Ende ihrer Berufung endet auch ihre Daseinsberechtigung.
So beruft der HERR aus der Gemeinde auch solche, denen der Dienst des Evangelisten obliegt.
Während jedes Glied am Leibe CHRISTI “Zeuge JESU“ (Apg.1,8) ist, Zeuge “in Wort und Werk und allem Wesen“, während jedes Gemeindeglied “jederzeit bereit (ist) zur Verantwortung gegen jeden, der Rechenschaft von (ihnen) fordert über die Hoffnung die sie in sich tragen“ (1.Petr.3,15), gibt es solche, denen der HERR den “Dienst eines Evangelisten“ (2.Tim.4,5) aufgetragen hat. Das sind die, die freudig auf die Straßen und in die Häuser gehen, um dort die gute Nachricht zu verkündigen. (Auch hier gilt: Sie tun es nicht, um sich selbst eine “Gemeinde“ aufzubauen, um sich selbst einen Namen zu machen. Sie tun es für den HERRN und in die Ortsgemeinden ihres Wirkungskreises hinein.)

Die Kenntnis dieser Zusammenhänge bewahrt uns davor, uns in falsche Richtungen zu verzetteln. Die Gemeinde muss wissen, welches ihre Berufung ist; der Einzelne muss wissen, ob und wozu er berufen ist. Wenn er berufen ist, soll er treu und unbeirrt seinen Weg gehen. Die Gemeinde aber ist frei, nur dem HERRN zu dienen. Die Glieder der Gemeinde unter ihren “Führern“ sollen dafür Sorge tragen, dass die ganze Gemeinde in der “ersten Liebe“ zum HERRN steht (Off.2, 4), dass sie immer mehr umgestaltet wird in das Bild, das CHRISTUS von ihr hat.

Gemeindezucht

“Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; oder wenn ein Glied verherrlicht wird, so freuen sich alle Glieder mit“ (1.Kor.12,26). Wenn ein Glied sündigt, muss die Gemeinde tätig werden. Bei einem Fehltritt ermahnt sie (Judas 22; Matth.18,17). Wenn das Gemeindeglied “unordentlich wandelt“ (2. Thess,3,6-15), muss Gemeinschaftsentzug angewandt werden, um dieses Glied für den biblischen Weg zu gewinnen; wenn es in Sünde lebt (d. h. nicht, wenn er einmal stiehlt, sondern wenn er ein Dieb ist; nicht wenn er von einer Sünde übereilt wird, sondern wenn er ein “Hurer oder Habsüchtiger oder Götzendiener oder Sünder ein Schmäher oder ein Trunkenbold ist oder ein Räuber“ ist (1.Kor. 5, 11-12) - so hat die Gemeinde ihn auszuschließen (13). Irrlehrer sind weder “auf der Straße“ zu grüßen noch in das Haus zu nehmen (2.Joh. 10+11).
Jede “Zucht“ wird ausgeübt, damit der Betreffende wieder zurechtgebracht werde. Die Gemeinde GOTTES ist heilig!


Wen da dürstet der komme

Am Ende der Offenbarung wird uns die Braut, das Weib des Lammes gezeigt. Sie ist das himmlische Urbild der Gemeinde auf der Erde. Wir hörten von dem “Glauben JESU“ (Gal. 2,20; Jak.2,1; Römer 3,22+26 wörtl.), dem Glauben daran, dass ER mit jedem Einzelnen und damit auch mit der Gemeinde zu dem Ziele kommt, das ER sich vorgenommen hat:
dass sie verherrlicht vor IHM stehe, „als die da nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei“ (Eph.5,27).

Jetzt, am Ende der Heiligen Schrift, wird sie uns gezeigt. Da können wir erkennen, was ER aus uns machen möchte, aber auch, wie kläglich wir versagen, wie weit Himmlisches und Sichtbares noch voneinander entfernt sind.

Wir verstehen: Einerseits weiß unser HERR JESUS, dass ER das gute Werk, das ER angefangen hat, auch vollenden wird. Anderseits geschieht das nicht automatisch. ER stellt uns die Braut vor in all ihrer Herrlichkeit, nachdem ER Sich uns 20 Kapitel lang als der Sieger, der Vollender, der Seinen Heilsplan zu Ende führt, vorgestellt hat - und als den, der “uns liebt, und uns von unsern Sünden gewaschen hat in seinem Blut....“ (1,5-6).
Liebst du JESUS? Liebst du Den, der Sein heiliges Leben, Sein wunderbar kostbares Blut für dich dahingegeben hat? Willst du, dass ER diese Braut bekommt, dass Sein tiefes Sehnen gestillt wird, für das ER Sich Selbst geopfert hat? Dürstet dich? “Komm,“ sagt der GEIST, der HEILIGE GEIST, “komm, lass Dich lösen von allem Alten, von allem, was nicht CHRISTUS meint. Lege jede Bürde ab und trenne dich von der so leicht umstrickenden Sünde“ (Hebr.12,1). “Komm,“ lockt die Braut. „Komm sieh an, wozu du berufen bist, erkauft durch das Blut des Lammes! Warum gibst du dich mit etwas zufrieden, das weder den HERRN noch Dich selbst befriedigt? Betrachte doch, sieh die Herrlichkeit, die Hoheit der Gemeinde. Erkenne doch das große Vorrecht, dazu berufen zu sein! Leidest du gar nicht darunter, wie es in der Gemeinde auf der Erde, in deiner Gemeinde, aussieht? Dürstet dich danach, dass dem SOHN die Braut entgegengeführt werden kann?“
Hast du das “Komm!“ des GEISTES, das “Komm!“ der Braut gehört? Geh zu deinem Bruder, zu deiner Schwester! Bitte sie, sage: “Komm!“ Die Geschwister sollen es auch hören, auch erkennen, sie sollen auch durstig werden.
So lässt ER, unser geliebter HERR JESUS, uns nicht allein mit unserem Durst. ER sagt: “Und wen da dürstet, der komme! Wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst.“

Dieses Wasser des Lebens ist uns in Vers 2 desselben Kapitels (Offenbarung 22) vorgestellt. Es kommt aus dem Throne GOTTES hervor, aus dem Throne GOTTES und des LAMMES. Dieses Wasser von der Ewigkeit her macht alles Tote lebendig, alles Trockene frisch, alles Kranke gesund (Hes.47, 9-12).
Und so befähigt es uns, die Gemeinde mit neuer Liebe, mit neuer Hingabe zu erkennen als das, was sie ist: Gegenstand und Ziel des ganzen Heilsratschlusses GOTTES.

Exkurs: Urbild und Abbild

Wer ist die Braut des Lammes?
Auf diese Frage gibt es unterschiedliche Antworten:

1.    Jeder Gläubige ist Seine Braut. Man beruft sich auf 2. Kor. 11, 2.
2.    Jeder Gläubige gehört zu Seiner Braut. Die Braut ist die Gemeinde.
3.    Nicht die Gemeinde, sondern Israel ist die Braut.
4.    Nur die vollkommenen unter den Heiligen bilden die Braut. Die anderen sind die, die „zum Hochzeitsmahl geladen“ sind.

Nun lesen wir aber in Offenbarung 21:
Offenbarung 21,2,9-10: Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herniederkommen von Gott, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut ... *9 Und es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, voll der sieben letzten Plagen, und redete mit mir und sprach: Komm her, ich will dir die Braut, das Weib des Lammes zeigen.  *10 Und er führte mich im Geiste hinweg auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt, Jerusalem, herniederkommend aus dem Himmel von Gott. 

Hier sagt uns die Schrift, wer und was die Braut, das (zukünftige) Weib des Lammes ist!
Also, nicht die Gemeinde?
Wir müssen verstehen, was das „himmlische Jerusalem“ ist, nämlich das Urbild der Gemeinde.
Um das zu verstehen, müssen wir zwei Begriffe klären:
1.    Hochzeit
2.    Urbild
Hochzeit bedeutet – oberflächlich gesehen – Festfeier zum Beginn einer lebenslangen Verbindung zweier Personen, ihrer Ehe.
Die Festfeier enthält eine Reihe von – je nach Kulturkreis verschiedenen – Bestandteilen, z. B. Segnungsrituale, Glückwunschrituale, dann

Essen und Trinken, Gesang und Tanz. Die Feier ist zugleich ein unübersehbares öffentliches Zeugnis: Die beiden gehören zusammen, sind sich eins geworden.
Aus dem öffentlich bezeugten Sich-eins-geworden-sein folgt das wesentliche Eins-werden der Braut mit dem Bräutigam(Epheser 5,31-32).

Nach der heiligen Ordnung GOTTES ist die Hochzeit der einzig-erste Zeitpunkt dafür. Wenn in Offenbarung 19 die Hochzeit des Lammes angekündigt wird, geht es nicht in erster Linie um das „Hochzeitsmahl“. Vielmehr geht es zuerst um das Eins-werden des Bräutigams mit der Braut. 
Wer aber ist der Bräutigam?
Der Bräutigam ist DER CHRISTUS. Das Haupt und der Leib bilden IHN. Die Heiligen sind durch den GEIST GOTTES zu dem Leib getauft (1.Kor. 12,13a). Die Heiligen sind nach Römer 7,4 bereits eins mit CHRISTUS geworden, um „für GOTT Frucht zu bringen“. Das Eins-werden soll Frucht hervorbringen. Die Ehe ist von dem Gedanken an Zeugen und Gebären nicht zu trennen, und eben dafür bietet die Ehe den einzig gottgewollten Rahmen (1. Mose 1, 28), der nur einmal, nämlich bei der Menschwerdung JESU, von GOTT Selbst durchbrochen worden ist. Um Römer 7,4 anders auszudrücken: Die Hochzeit des einzelnen Heiligen mit CHRISTUS hat bereits stattgefunden. Bei der Hochzeit des Lammes steht als Bräutigam der CHRISTUS da. Seine Braut ist das himmlische Jerusalem.
Wer ist denn das?
Um diese Frage richtig beantworten zu können, müssen wir Glauben haben, denn durch Glauben verstehen wir, dass die Welten (aiones) durch GOTTES Wort bereitet wurden, so dass das, was man sieht, nicht aus Erscheinendem geworden ist (Hebr.11,3). Das bedeutet, dass alles, was wir erblicken können, alles, was „da“ ist, nicht etwa  - wie es die katholische Theologie lehrt „ex nihil“, aus dem Nichts, entstanden ist, sondern aus etwas, was mit den Sinnen nicht wahrnehmbar, wohl aber vorhanden ist. Alles Geschaffene bestand bereits, als GOTT Sein „Es werde!“ sprach. Es bestand als Bild in GOTT, ehe die Schöpfung begann. So ist auch der Mensch „nach dem Bilde GOTTES geschaffen worden, dem Bild, das vor dem Akt der Schöpfung in IHM war. Dieses Bild, das GOTT vom Menschen hatte, hat ER auch von jedem einzelnen Menschen. Der von GOTT Abgefallene  kann und wird dieses Bild nie erreichen. Der aber, in dem der GEIST GOTTES wirkt, wird nach und nach diesem Bild immer ähnlicher. GOTT hatte ein Bild von der Herrlichkeit Seines Volkes Israel, ehe ER Abraham berief. Und ER hat ein Bild von der Gemeinde: das himmlische Jerusalem. Das steht IHM vor Augen, wenn ER heute die leidende, zerstrittene, mangelhafte Schar derer sieht, die sich „Gemeinde GOTTES“ nennt.

Alles, was GOTT für die Gemeinde in Seinem Wort und in Seinen Berufungen bereithält, ist darauf angelegt, dass sie dieses Ziel erreicht. Der Richterstuhl CHRISTI, der Ort, an dem die Werke der Heiligen offenbar werden, wo das Feuer scheidet zwischen dem, was bestehen bleibt und dem, was „verbrennt“ (Rö.14,10-12; 2.Kor.5,10; 1.Kor.3,13-15), dieser „Richterstuhl“ schließlich wird das letzte Trennende bei allen einzelnen Glaubenden und damit auch bei ihrer Gesamtheit austilgen. Damit wird dann das „Abbild“ und das Urbild „eins werden“, ineinander aufgehen. Abbild wird Urbild und Urbild wird Abbild sein. Das ist „die Hochzeit des Lammes“!

Übrigens: Wieso ist „das Jerusalem droben“ unser aller Mutter? (Gal. 4,26)? Das „Jerusalem droben“ ist „Mutter“ insofern, als es  Bild, Maß, Vorlage, Urbild, Plan für das ist, was wir „ekklesia“ nennen. Vor „Grundlegung der Welt“ hat GOTT Sich nach Seinem Wohlgefallen „vorgesetzt“, „alles unter ein Haupt zusammenzubringen in dem CHRISTUS ...“ (Eph.1,10) (der CHRISTUS = Haupt und Glieder). Wie ein Architekt nicht mit dem Bau beginnt, er habe denn einen genauen Plan, wie ein Glockengießer das geschmolzene Metall in eine Form (Matrix, abgeleitet von lat. mater „Mutter“) gießt, die er am Anfang seiner Schöpfung entworfen hat, so hatte GOTT einen Plan, ein Bild von der Gemeinde.
Hochzeit = wenn Urbild und Abbild in einander aufgehen, weil sie identisch sind.

Diese Arbeit ist nicht das geistige Eigentum des Verfassers. Es ist das Ergebnis eifrigen Forschens in der Schrift, Lesens vieler (guter) Bücher über das Thema “Gemeinde“ und Hörens auf eine Unzahl von Predigten und Vorträgen.
Aus der Fülle von Schriften über die Gemeinde soll nur dasjenige genannt werden, das mir neben der Schrift wohl am meisten zu dem beschriebenen Verständnis verholfen hat: W. Nee, Das normale Gemeindeleben, Brockhaus- Taschenbuch. Hier findet der Leser eine Fülle von weiterführenden Gedanken und einprägsame Begründungen aus Gottes Wort. Wir empfehlen DAS NORMALE GEMEINDELEBEN sehr.

Du, Menschensohn, berichte dem Haus Israel über das Tempelhaus, damit sie sich ihrer Sünden schämen und das Modell messen! Und wenn sie sich wegen all dessen schämen, was sie getan haben, dann lass sie die Zeichnung des Hauses wissen und seine Einrichtung und seine Ausgänge und seine Eingänge und alle Zeichnungen davon und all seine Ordnungen4 und alle Weisungen dafür und schreibe sie vor ihren Augen auf, damit sie alle Weisungen dafür5 und all seine Ordnungen bewahren und sie tun! Hesekiel 43, 10-11

Dies schreibe ich dir in der Hoffnung, bald zu dir zu kommen; wenn ich aber zögere, damit du weißt, wie man sich verhalten muss im Hause Gottes, das die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, die Säule und Grundfeste der Wahrheit. 1.Timotheus 3,14-15


Wer ist der Braut des Lammes gleich?
Wer ist so arm und wer so reich?
Wer ist so häßlich und so schön?
Wem kann‘s so wohl und übel gehn?
Lamm Gottes, Du und Deine selge Schar
sind Menschen und auch Engeln wunderbar.

Aus Gnaden weiß ich auch davon;
 ich bin ein Teil von Deinem Lohn:
so elend, als man’s kaum erblickt,
so herrlich, daß der Feind erschrickt,
so gottlos, daß wohl alle besser sind,
und so gerecht wie Du, des Vaters Kind.

Verfolgt, verlassen und verflucht,
doch von dem Herrn hervorgesucht,
ein Narr vor aller klugen Welt,
bei dem die Weisheit Lager hält;
verdrängt, verjagt, besiegt und ausgefegt,
und doch ein Held, der ew‘ge Palmen trägt.

Wer bin ich, wenn es mich betrifft?
Ein Abgrund voller Sündengift.
Wer bin ich, Lamm, in Deiner Pracht?
Ein Mensch, der Engel weichen macht;
so rein, so weiß, so schön, so auserwählt,
daß mir‘s an Worten zur Beschreibung fehlt.

O Sündenschuld, wie beugst du mich!
O Glaube, wie erhebst du mich!
Wer faßt hier den geheimen Rat?
Nur wer den Geist des Glaubens hat,
der durch des Lammes Blut zusammenschreibt,
was sonst wohl himmelweit geschieden bleibt.

Das ist der Gottheit Wunderwerk
und seines Herzens Augenmerk-,
ein Meisterstück, aus nichts gemacht:
So weit hat‘s Christi Blut gebracht!
Hier forscht und betet an, ihr Seraphim,
bewundert es und jauchzt und danket ihm!

Ernst Gottlieb Woltersdorf    1725 — 1761

Arbeitsmaterial vom Missionswerk CHRISTUS für Dich

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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 8. April 2009 )