|
„Das Leben im Bauch wird für die Kinder zur Hölle“, unter
dieser Überschrift berichtete die Ems-Zeitung über einen Vortrag der
Diplompsychologin und Rauchentwöhnungsexpertin Anne Wilkening im Rahmen einer
Fortbildungsveranstaltung des Marienkrankenhauses Papenburg/Aschendorf. Mit
solch drastischen Worten wies die zweifache Mutter, die an der Klinik für
Geburtenmedizin des Berliner Charite´-Krankenhauses tätig ist, auf die Risiken
des Rauchens während der Schwangerschaft hin:
Der Konsum einer einzigen Zigarette verschlechtere die
Sauerstoffversorgung des Ungeboren stundenlang. Erst nach etwa 8 Stunden sei
das beim Rauchen entstehende Kohlenmonoxid im Blut abgebaut und die Versorgung mit Sauerstoff verbessere sich wieder.
Deshalb sollte während der Schwangerschaft auf keinen Fall geraucht werden.
Doch leider hielte sich der Irrglaube, ein abrupter Nikotinentzug könnte
stärker schaden als moderates Weiterrauchen. Ein weiteres Vorurteil bestände
darin zu glauben, dass Light- Zigaretten weniger schädlich seien als normale
Zigaretten. Light –Zigaretten seien nur dann leicht, wenn man sie in der
Packung lässt. Das gleiche gelte für die momentan sehr angesagten
Bio-Zigaretten. Für Wasserpfeifen,
sogenannten Shishas, werde häufig schlechter und parfümierter Tabak verwendet.
Etwa jedes zweite von mehr als 6 Millionen Kindern lebt nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) in einem Haushalt, wo mindestens eine Person raucht. Jedes fünfte Kind ist schon im Mutterleib gefährdet. Raucherentwöhnug sowie die Beratung von schwangeren und stillenden Raucherinnen war deshalb ein zentrales Thema des Vortrags von Frau Wilkening. Die Meinung von Wissenschaftlern ist einhellig: Rauchen in Anwesenheit von Kindern kommt einer Körperverletzung gleich. Anne Wilkening machte deutlich, dass Zigaretten heute aufgrund der mehr als 4600 Inhaltsstoffe eine stärkere Abhängigkeit als Heroin verursachen. Nicht nur das Nikotin sondern auch die vielen Giftstoffe sind gefährlich. "Wer ohne den blauen Dunst auskommen will, komme an einer ärztlichen Beratung fast nicht umhin. Nur zwei Prozent der Raucher, die aufhören wollen, schaffen es ohne Hilfsmittel und Beratung", so Wilkening.
(Quellen: Emszeitung, 23.01.09 und Der Wecker, Landkreis Emsland vom 25.01.09)
|