"Friede (lateinisch pax), allgemein jeder Zustand der ungestörten oder
wiederhergestellten Ordnung sowohl im Individuum (innerer Friede) wie
zwischen Einzelnen beziehungsweise Gruppen. Im soziologischen und
völkerrechtlichem Sinne bedeutet Friede daher einerseits das
konfliktfreie Zusammenleben von Gruppen und Gesellschaften ,
andererseits die Beendigung eines gewaltsamen Konflikts".
Soweit die kurze Definition eines Lexikons. Hier wird, wie wohl von
vielen von uns, Frieden verstanden als bloße Abwesenheit von
Konflikten; Frieden ist demnach bereits ein passives Nebeneinander und
nicht unbedingt ein aktives Miteinander. Das mag daher rühren, dass wir
unseren Begriff von Frieden von anderen Konzepten isoliert haben und
dadurch in seiner umfassenden Bedeutung verarmen ließen.
Das war aber nicht immer und überall so. Beispielsweise leitet sich
unser deutsches Wort "Friede" von einer alten sprachlichen Wurzel ab,
die "gern haben, lieben" bedeutet und von der auch das Wort "Freund"
herstammt. Und ein Freund ist doch weit mehr als nur jemand, neben dem
ich mehr oder weniger konfliktfrei existiere. Eng damit verwandt ist
auch das Wort "frei", so daß wir sehen, daß für unsere Vorfahren die
Begriffe "Freundschaft", "Liebe", "Friede" und "Freiheit" eigentlich
untrennbar verbunden waren, weil sie alle irgendwie aller einer
gemeinsamen Wurzel entsprangen. Für die Römer wiederum bedeutete ihr
Wort "pax" in erster Linie eine gegenseitige Beziehung zwischen zwei
Parteien auf gesetzlicher Grundlage, während die individualistischen
Griechen unter ihrem Begriff "eirene" nicht so sehr eine Beziehung
zwischen Personen oder Gruppen verstanden, sondern einen
(Geistes-)Zustand, der gefühlsmäßig erfahren und leidenschaftlich
verteidigt wird. "Eirene" ist aber darüber hinaus auch der Zustand des
Friedens, aus dem alles Gute für Land und Menschen hervorkommt.
Also bereits in der Vorstellung der Völker, die unser abendländisches
Denken geprägt haben, bedeutet "Friede" mehr als nur ein gleichgültiges
Nebeneinander, eine sogenannte "friedliche Koexistenz".
"Friede" - eine gesellschaftliche oder persönliche Sache?
Sicherlich darf man die Frage nicht so stellen - die "Gesellschaft"
besteht nun einmal aus einzelnen "Personen". Aber gerade im Übersehen
dieser Tatsache liegt oft schon unser Problem. Wir möchten uns für den
Frieden auf globaler Ebene engagieren und lassen viel zu schnell die
ganz individuelle persönliche Komponente außer acht. Denn Kriege
(angefangen bei den Kleinkriegen in der Familie und am Arbeitsplatz
über die Sozial- und Politkriege regionalen Zuschnitts bis hin zu den
großen Auseinandersetzungen auf internationaler Ebene) sind keine
schicksalhaften Mechanismen, die nach unentrinnbaren Gesetzmäßigkeiten
entstehen. Nein, sie sind eigentlich der Ausdruck unserer ganz
persönlichen Ängste und Aggressionen und deren Summierung auf
gesellschaftlicher Ebene. Was niemand gern wahrhaben will, ist dennoch
eine Tatsache: Engagement für den Frieden muß bei uns ganz persönlich
beginnen. Solange meinem eigenen Leben die Harmonie, die
"Zu-frieden-heit" mangelt, sind alle staatlichen und vertraglichen
Befriedungsversuche nur dünnes und wenig tragfähiges Eis. Es hat wenig
Sinn, sich für die Beilegung internationaler Konflikte zu engagieren -
was einer bloßen Symptombehandlung gleichkommt - wenn uns nicht klar
ist, dass etwas mit der Wurzel geschehen muß - mit meinem und deinem
Herzen. Jemand hat es so ausgedrückt: "Mit faulen Äpfeln erhalte ich
keinen gesunden Apfelkuchen. Mit streitsüchtigen Kampfhähnen kriege ich
keinen friedlichen Hühnerhof. Und mit unfriedlichen Menschen keine
friedliche Gesellschaft. Eine neue Gesellschaft schaffen zu wollen ohne
erneuerte Menschen ist genauso sinnlos wie verdorbenes Essen in eine
neue Schüssel zu füllen, damit das Essen besser wird. Nicht die
Schüssel, sprich Gesellschaft, sondern der Inhalt, sprich der Mensch,
muß erneuert werden."
Friede - Symptom- oder Wurzelbehandlung?
Dieser Zusammenhang zwischen Wurzel und daraus resultierenden Symptomen
, zwischen "inneren" und "äußeren" Kriegen, wird im Neuen Testament
deutlich aufgezeigt: "Woher kommen Kriege und woher Kämpfe unter euch?
Nicht daher: Aus euren Lüsten, die in euren Gliedern Krieg führen? Ihr
gelüstet und habt nichts; ihr tötet und neidet und könnt nichts
erlangen; ihr kämpft und führt Krieg" (Jakobus 4,1.2). Hier liegt der
Kern unsere Problems. Es liegt uns in der Natur, daß wir gern vor der
Tür des anderen kehren, obwohl oder gerade weil in unserem eigenen
Herzen ein Krieg tobt, mit dem wir nicht fertig werden, dessen
Auswirkungen die anderen aber um so deutlicher verspüren.
Einer, der von Frieden und von der menschlichen Psyche sicherlich mehr
Ahnung hatte als jeder andere, sagte dazu: "Denn von innen aus dem
Herzen der Menschen kommen die bösen Gedanken hervor: Unzucht,
Dieberei, Mord, Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Arglist, Ausschweifung,
Neid, Lästerung, Hochmut, Torheit; alle diese bösen Dinge kommen von
innen heraus und verunreinigen den Menschen" (Jesus Christus in Markus
7, 21-23). Das sind die "Lüste, die in unseren Gliedern Krieg führen"
und sich dann zu großen Konflikten aufbauen. Wie können wir mit diesem
Hauptfaktor der Bosheit unseres eigenen Herzens fertig werden? Wie soll
sich angesichts dieser Situation eine "Wurzelbehandlung" gestalten?
Friede im Herzen - Beginn bei der Wurzel
Wenn ein Gerät
nicht mehr funktioniert, ob es sich nun um eine Armbanduhr, einen
Kühlschrank oder ein Auto handelt, so bringen wir es am vernünftigstem
zu dem, der es genau kennt und den Fehler schnell beheben kann - im
Idealfall zum Konstrukteur selbst. Wenn es auch für manche Ohren
primitiv klingen mag, ist es gleichwohl logisch, mit unserem Herz, in
das sich so viele Defekte eingeschlichen haben, zu Dem zu gehen, der es
gemacht hat und genau kennt zu unserem Schöpfer.
Siebenmal wird Er im Neuen Testament "Gott des Friedens" genannt (Römer
15,33; 16,20; 1.Korinther14,33; 2. Korinther 13,11; Philipper 4,9;
1.Thessalonicher 5,23; Hebräer 13,20). Er ist in Seinem Wesen ganz und
gar durch Frieden charakterisiert. Und Er hat in der größten
Rettungsaktion der Weltgeschichte Seinen Sohn für nichtswürdige,
rebellische Kreaturen, wie wir es sind, sterben lassen (Römer 5,6 -8:
"Denn Christus ist, da wir noch kraftlos waren, zur bestimmten Zeit für
Gottlose gestorben. Denn kaum wird jemand für einen Gerechten sterben;
denn für den Gütigen möchte vielleicht jemand zu sterben wagen. Gott
aber erweist seine Liebe gegen uns darin, daß Christus, da wir noch
Sünder waren, für uns gestorben ist"). Durch dieses Rettungswerk hat Er
Frieden geschaffen, auch wenn es für Christus den schrecklichen Tod am
Kreuz bedeutete, (Kolosser 1,19.20: "...denn es war das Wohlgefallen
der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen und durch ihn alle Dinge mit sich zu
versöhnen, indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes,
durch ihn, es seien die Dinge auf der Erde oder die Dinge in den
Himmeln" ), den eigentlich wir verdient hätten. Dieses Versöhnungs- und
Friedensangebot gilt für jeden Menschen, egal wie feindselig er seinem
Schöpfer gegenüber eingestellt war (Kolosser 1,21.22:"Und euch, die ihr
einst entfremdet und Feinde waret nach der Gesinnung in den bösen
Werken, hat er aber nun versöhnt in dem Leibe seines Fleisches durch
den Tod, ..."). Jesus Christus, der sich am Kreuz um unseres Friedens
willen geopfert hat (Jes 53,5; "doch um unserer Übertretungen willen
war er verwundet, um unserer Missetaten willen zerschlagen. Die Strafe
zu unserem Frieden lag auf ihm, ..." ), ist dabei so sehr das
unverzichtbare Fundament dieses Friedens, daß er nicht nur "kam und
Frieden verkündigte" (Epheser 2,17)sondern auch "Frieden stiftete"
(Epheser 2,15) und schuf, ja, daß er sogar "unser Friede ist" (Epheser
2,14).
Wer die in Seinem Sohn ausgestreckte Hand Gottes ergreift, indem er
sich völlig Jesus Christus, dem personifizierten Frieden anvertraut,
der erfährt die Befreiung und seinen Ängsten und Lüsten, Begierden und
Aggressionen als praktischen persönlichen Frieden. Zusammenfassend sagt
das Neue Testament von solchen Menschen. "Da wir nun gerechtfertigt
worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren
Herrn Jesus Christus" (Römer 5,1).
Daß dieses keine Einbildung ist, die man sich nach allen Regeln der
Kunst täglich einreden oder einbleuen oder autosuggerieren muß, sondern
eine beständige, beglückende Erfahrung, die in allen Schwierigkeiten
und Stürmen des Lebens standhält, haben der Inhaber dieser Webpage und
Millionen von Christen immer wieder erfahren. In der persönlichen
Hinwendung zu JESUS CHRISTUS fand ich, was keine Droge der Welt geben
konnte: Frieden mit mir selbst, mit GOTT und mit Menschen um mich her.
Dieser Frieden ist eben nicht auf bloße moralische Prinzipien oder gar
nur auf subjektive emotionelle Selbsthypnose aufgebaut, sondern auf
objektiv feststehende geschichtliche Tatsachen: Das Sterben und die
Auferstehung Jesu Christi, des Sohnes Gottes.
Wie wirkt sich dieser persönliche Friede weiter aus?
Dieser
Friede unterscheidet sich natürlich von unseren landläufigen
Friedensvorstellungen. (Johannes 14,27: " Frieden lasse ich euch,
meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch."
). Es ist ein Friede, der fest verankert ist in der Person Jesu
Christi, und der dadurch nicht auf das Nichtvorhandensein äußerer
Schwierigkeiten angewiesen ist, sondern der sich gerade in diesen
Schwierigkeiten als göttlicher Friede erweist, der jedem weltlichen
Friedenskonzept weit überlegen ist (Johannes 16,33: "Dieses habe ich zu
euch geredet, auf daß ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr
Drangsal; aber seid gutes Mutes, ich habe die Welt überwunden").
Jemand, der selbst Versöhnung empfangen hat, von einem Feind zu einem
Freund Gottes geworden ist, der ist auch innerlich gedrängt, diese
Versöhnung anderen mitzuteilen (2. Korinther 5,18.20: "Alles aber von
dem Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christum und hat
uns den Dienst der Versöhnung gegeben; ... So sind wir nun Gesandte an
Christi Statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für
Christus: Laßt euch versöhnen mit Gott!"). Jemand, der durch Christus
Frieden empfangen hat, wird in seinem ganzen Wandel von dem Wunsch
beseelt, auch anderen den Weg zum wahren Frieden zu zeigen (Römer
10,15: "Wie lieblich sind die Füße derer, welche das Evangelium des
Friedens verkündigen, welche das Evangelium des Guten verkündigen!";
Eph 6,15: "...und beschuht an den Füßen mit der Bereitschaft des
Evangeliums des Friedens"). So bleibt dieser persönliche Friede nie
ohne gesellschaftliche Resonanz, sondern er erweist sich als Quelle und
Basis für Frieden auf breiterer Ebene, der in Ehe und Familie beginnt
und sich am Arbeitsplatz und in der Schule fortsetzt.
Und was ist mit den internationalen Konflikten?
Jetzt taucht natürlich die völlig berechtigte Frage auf, wie sich ein
solcher Friede im kleinen Bereich denn nun auf größerer Ebene
verwirklichen lassen soll. Begeben wir uns da nicht in den Bereich der
Utopie?
Nun, bei der Geburt Jesu Christi, dem Friedefürsten schlechthin, sangen
die Engel "Friede auf Erden" (Lukas 2,14) in Andeutung, daß Gott mit
Seinem Sohn der ganzen gegen ihn rebellierenden Menschheit die
Friedenshand entgegenstreckte. Aber was war die Reaktion? Einige wenige
haben sich später auf die Seite des Friedefürsten gestellt, aber die
überwältigende Mehrheit hat ihn abgelehnt. So muß er kurz vor seinem
Tod über sein Volk sagen: "Wenn auch du erkannt hättest, und selbst an
diesem Tag, was zu deinem Frieden dient" (Lukas 19,43). Und wir lesen
nicht mehr von "Frieden auf Erden". Jetzt kurz vor Seinem Tod, wo klar
ist, daß die große Masse des jüdischen Volkes, so wie später die große
Masse der Menschheit, ihn verworfen und abgelehnt hat, jetzt hören wir
nur noch von "Frieden im Himmel" (Lukas 19,38). Auf der Welt aber würde
den Anhängern des Friedefürsten Drangsal, Haß und Verfolgung begegnen.
Aber gerade in diesen Schwierigkeiten würde der Friede Gottes, der
"Friede im Himmel" ihre Herzen und Gedanken bewahren (Johannes 16,33:
"Dieses habe ich zu euch geredet, auf daß ihr in mir Frieden habet. In
der Welt habt ihr Drangsal; aber seid gutes Mutes, ich habe die Welt
überwunden." ; Philipper 4,7: "...und der Friede Gottes, der allen
Verstand übersteigt, wird eure Herzen und Gedanken bewahren in Christo
Jesu.")
Für diese Welt im großen und ganzen aber , die Den verworfen hat, der
ihr Versöhnung und Frieden angeboten hat, gibt es wenig Hoffnung. Die
Rastlosigkeit und die Angst wird trotz aller Konferenzen und
Verhandlungen weiter zunehmen, bis das Chaos der kommenden Kriege und
Katastrophen seinen Abschluß findet in dem Höhepunkt der Geschichte:
der Wiederkunft Jesu Christi auf die Erde (Lukas 21.10.11.25-27 : "Dann
sprach er zu ihnen: Es wird sich Nation wider Nation erheben und
Königreich wider Königreich; und es werden große Erdbeben sein an
verschiedenen Orten, und Hungersnöte und Seuchen; auch Schrecknisse und
große Zeichen vom Himmel wird es geben.....Und es werden Zeichen sein
an Sonne und Mond und Sternen, und auf der Erde Bedrängnis der Nationen
in Ratlosigkeit bei brausendem Meer und Wasserwogen; indem die Menschen
verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis
kommen, denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. Und dann
werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in einer Wolke mit Macht
und großer Herrlichkeit").
Dann endlich - und nur dann - wird weltweiter Friede da sein, wenn
Jesus Christus als Friedefürst regiert (Jesaja 9,6). Dann erst "wird
der Kriegsbogen ausgerottet werden. Und Er wird Frieden reden zu den
Nationen; und Seine Herrschaft wird sein von Meer zu Meer, und vom
Strom bis an die Enden der Erde"(Sacharja 9,10). Dann "wird Er richten
zwischen den Nationen und Recht sprechen vielen Völkern. Und sie werden
ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden, und ihre Speere zu
Winzermessern; nicht wird Nation wider Nation das Schwert erheben, und
sie werden den Krieg nicht mehr lernen" (Jesaja 2,4).
Was kann ich persönlich tun?
Die Konsequenzen für unser persönliches Leben sind - hoffe ich -
hinreichend deutlich geworden. Es führt kein Weg daran vorbei, daß ich
zuerst in eine persönliche Beziehung zu Gott trete, um dadurch echten
und dauerhaften Frieden in meinem Herzen zu erfahren. Dies geschieht
dadurch, daß ich im Bewußtsein meiner Schuldhaftigkeit und meines
hoffnungslosen Verlorenseins vor Gott komme und Ihm meine Sünden
rückhaltlos bekenne. Dadurch empfange ich Vergebung und Reinigung von
aller Ungerechtigkeit (1.Johannes 1,9: "Wenn wir unsere Sünden
bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und
uns reinigt von aller Ungerechtigkeit." ) Im Vertrauen auf das
vollbrachte Werk der Erlösung darf ich dann Jesus Christus als meinen
Erretter und Versöhner, ja, als "meinen Frieden" in mein Herz und mein
Leben einlassen. Er wird mein ganzes Leben von Grund auf völlig
umgestalten und erneuern und mich befähigen, auch für andere ein
Friedensstifter zu werden. So, und nur so, - trotz aller Probleme in
meinem Leben - kann ich den Frieden Gottes erfahren - die wirkliche
Ruhe des Himmels in der Tiefe meiner Seele.
Joe nach Grafik Rick Sharp
|